Darum hat Bremen mehr Wolfsberaterinnen als Wölfe

Zwei Wolfsberaterinnen hat das Bremer Umweltressort eingesetzt. Die beiden Ehrenamtlichen sollen die Behörde unterstützen. Ein Überblick über ihre Arbeit.

Ein Wolf im Wald
Bedrohung oder Bereicherung? Die Meinungen zu Wölfen gehen oft weit auseinander. Bild: DPA | Reiner Bernhardt

Bremen hat bisher noch keine eigenen Wölfe. Im benachbarten Niedersachsen aber leben 14 Rudel mit rund 100 Tieren. Bereits einige Male wurden Wölfe oder "wolfsähnliche" Tiere auch im Bremer und Bremerhavener Stadtgebiet gesichtet – unter anderem in Borgfeld, im Blockland, in Oberneuland oder zuletzt vor wenigen Tagen in Sebaldsbrück. Auch Rehe, die von Wölfen getötet worden sein könnten, wurden bereits gefunden. Mit Sicherheit bestätigt wurde bisher eine Wolfssichtung in Bremen-Nord im Februar vergangenen Jahres.

Die Wolfsberaterinnen sollen in Bremen jetzt dabei helfen, dass Tier und Mensch möglichst gut miteinander klarkommen. Damit beauftragt sind Sonja Herrmann und Annette Siegert. Herrmann ist Tierärztin und hat bisher in einem Bremer Schlachthof im Veterinärdienst gearbeitet. Siegert ist Mitarbeiterin beim Naturschutzbund Bremen und dort bereits Wolfsbotschafterin. Die beiden teilen sich diese Aufgaben:

1 Die Umweltbehörde beraten

In ihrer Funktion sollen die Wolfsberaterinnen der Umweltbehörde zur Seite stehen. Die will in Zukunft besser gerüstet sein, wenn wieder Wölfe in Bremen auftauchen.

2 Wolfsspuren in Bremen folgen

Wenn jemand einen Wolf sichtet, überprüfen die Wolfsberaterinnen die Hinweise. Sie vermessen Fußspuren und sichten Fotos. Unter Umständen machen sie auch DNA-Analysen, wenn die Tiere zum Beispiel Kothaufen hinterlassen.

3 Ansprechpartnerinnen für Landwirte sein

Landwirte sind oft als erste betroffen, wenn Wölfe in einer Region wieder sesshaft werden. Denn immer wieder reißen Wölfe Schafe oder andere Nutztiere. Ist ein Bremer Bauer betroffen, checken auch hier die Beraterinnen, ob der Täter tatsächlich ein Wolf war. Ist das der Fall, bekommen die Landwirte eine Entschädigung. Die Wolfsberaterinnen sollen die Bauern auch beraten, damit sie ihre Tiere besser schützen können.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, 4. Januar 2018, 13:20 Uhr