Infografik

Wer sind die Corona-Toten in Bremen und Bremerhaven?

Im Durchschnitt lag das Alter von Corona-Toten in der Stadt Bremen bei 81,3 Jahren. Der Jüngste, der an oder mit Corona gestorben ist, war 42 Jahre alt, die Älteste 107.

Video vom 27. November 2020
Ein Bild eines Friedhofes. Mehrere Grabsteine sind zu sehen.
Bild: Radio Bremen

118 Menschen sind bislang im Land Bremen an oder mit Corona gestorben (Stand 27.11.2020). Während seit Wochen die Intensiv-Kapazitäten das meist diskutierte Thema sind, ist die zweite Welle schon längst an den allerletzten Orten angekommen: In den Pathologien und auf den Friedhöfen.

Schon zu Beginn der Pandemie war klar: Vor allem für die älteren Menschen ist Covid-19 eine gefährliche, lebensbedrohliche Krankheit. Die Daten des Gesundheitsamtes Bremen belegen das. Bis zum 22. November hat die Behörde alle Corona-Fälle statistisch nach Alter, Geschlecht oder Vorerkrankung erfasst. Bis dahin wurden im Land Bremen insgesamt 107 Corona-Tote gezählt, 93 in Bremen und 14 in Bremerhaven. Demnach war kein Toter jünger als 40 Jahre. 102 Verstorbene waren über 60 Jahre alt.

Hier können Sie sich externe Inhalte (Text, Bild, Video…) von Datawrapper anzeigen lassen

Stimmen Sie zu, stellt Ihr Browser eine Verbindung mit dem Anbieter her.
Mehr Infos zum Thema Datenschutz.

Hier können Sie sich externe Inhalte (Text, Bild, Video…) von Datawrapper anzeigen lassen

Stimmen Sie zu, stellt Ihr Browser eine Verbindung mit dem Anbieter her.
Mehr Infos zum Thema Datenschutz.

Doch Lukas Fuhrmann, Sprecher des Gesundheitsressorts, betont: "Corona ist für jüngere Menschen nicht ungefährlich. Auch diejenigen unter uns, die jung sind, die sportlich sind, können einen schweren Verlauf haben."

Jüngster Verstorbener war 42 Jahre alt

Die jüngste verstorbene Person im Land Bremen war 42 Jahre alt. Insgesamt starben sieben Menschen, die jünger als 60 Jahre alt waren. Rolf Dembinski ist Leiter der Intensiv- und Notfallmedizin am Klinikum Bremen Mitte; er kann nicht verstehen, wieso Menschen Corona bagatellisieren: "Leider gibt es ja das Besuchsverbot an unseren Kliniken. Sonst würde ich diese Menschen gerne einladen. Denn es sind dramatische Verläufe. Natürlich sind die älteren und vorerkrankten Patienten deutlicher gefährdet. Aber es versterben eben auch jüngere Menschen. Deshalb kann ich nicht verstehen, wenn man das nicht ernst nimmt."

Eine Statistik von Anfang Oktober gibt Experten zu denken: Bis zu diesem Zeitpunkt hatten elf Verstorbene keine Vorerkrankung. Ein Hinweis darauf, dass die Krankheit noch längst nicht bis ins letzte Detail erforscht ist. Wenig überraschend ist, dass Menschen mit Herz-Kreislauferkrankungen besonders gefährdet sind. 31 dieser Menschen starben durch Corona.

Sprunghafter Anstieg der Todesfälle im November

Auch dass wir uns mitten in der zweiten Corona-Welle befinden, wird durch die Daten des Gesundheitsamtes klar: Im August und September starb in der Stadt Bremen jeweils ein Mensch an Corona; im Oktober waren es schon elf. Vom ersten bis 22. November stieg der Wert sprunghaft an: 26 Tote in diesem Zeitraum. Im Gesundheitsressort rechnet man damit, dass sich diese Entwicklung fortsetzt. "Wir sehen, dass das Wachstum der Fallzahlen abflacht. Wir gehen aber davon aus, dass sich die Zahl der Verstorbenen auf dem derzeitigen Niveau weiterentwickelt." Wann die zweite Welle endet, ist also noch längst nicht absehbar.

Wie ist die aktuelle Situation in den Bremer Krankenhäusern?

Video vom 24. November 2020
Der Klinikdirektor für Intensiv- und Notfallmedizin Rolf Dembinski im Interview.
Bild: Radio Bremen

Autor

  • Jan Meier-Wendte Autor

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 27. November 2020, 19:30 Uhr