Trotz Lieferengpässen: Bremen will Corona-Vorsorge stark ausbauen

Im Kampf gegen Corona werden Lieferungen von Test-Kits, Masken und Kitteln knapp. Bremens Gesundheitsbehörde plant dennoch eine Aufstockung der Vorsorge.

Video vom 24. März 2020
Die Bremer Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard im Bremer Rathaus bei einer Pressekonferenz. Hinter ihr steh eine Gebärdendolmetscherin.

Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Die Linke) geht weiterhin davon aus, dass in Bremen genügend Corona-Tests durchgeführt werden können. Auf eine stockende Lieferung der für die Tests nötigen Reagenzien und somit drohende Engpässe hatte am Montag das Medizinische Labor Bremen hingewiesen.

"Wir gehen davon aus, dass das für diese Woche auf jeden Fall abgesichert ist, und dass wir entsprechend Nachschub bekommen", sagte Bernhard auf der Senatspressekonferenz am Dienstag im Rathaus. In der seit Montag betriebenen Messe-Ambulanz seien am ersten Tag 123 Testungen vorgenommen worden. "Derzeit sind wir in der Lage, dass die Testungen in den Ambulanzen in Tagesfrist befunden werden können", so die Senatorin. Die zwischenzeitliche Bugwelle von Corona-Tests sei abgearbeitet.

Wir hinken nicht hinterher.

Claudia Bernhard (Die Linke), Bremer Gesundheitssenatorin

Bernhard verwies dabei auch auf das neu eingerichtete Testlabor am Klinikum Bremen Ost, wo am Montag knapp 50 Tests durchgeführt worden seien. Bremen testet darüber hinaus noch am Klinikum Bremen-Mitte im Laborzentrum Bremen (LADR) und im Medizinischen Labor Bremen, das die größte Kapazität besitzt.

Test-Priorisierung nach RKI-Kritierien

Das Gesundheitsressorts gehe daher davon aus, dass die Priorisierung für Tests so beibehalten werden könne, wie sie vom Robert-Koch-Institut (RKI) vorgegeben und in Bremen durchgeführt werde. Das heißt, in den Ambulanzen werden Menschen mit Symptomen, die zuvor in Risikogebieten waren, ebenso getestet wie Menschen, die Kontakt zu Infizierten hatten. "Das wird nach wie vor als Maßstab angewendet", sagte die Senatorin am Dienstag.

Auch Apparate für alternative, allerdings auch aufwendigere Testverfahren, seien bereits bestellt. "Das müsste eigentlich ab morgen möglich sein, dass wir das parallel unterstützen können", so Bernhard. Im Vergleich zu den normalen Tests, wo die Umschlagsrate in großen Labors bei mehr als 1.000 liegen könne, geht die Senatorin beim alternativen Testverfahren allerdings eher von maximal 200 täglich zu schaffenden Tests aus.

Masken und Kittel kommen von überall

"Das ist ähnlich wie mit der Schutzausrüstung", sagte Bernhard. Auch hier versuche das Land Bremen auf allen Ebenen Nachschub zu bekommen. So hätte beispielsweise der Bremer Hafenindustriedienstleister Kloska 700 Masken sowie Bremer Handwerksbetriebe 2.000 Masken zur Verfügung gestellt. "Es ist auch durchaus so, dass die Bundesbestellungen nach und nach reintröpfeln." Die Lieferungen würden dann unter anderem Ärzten, Pflegeheimen, Krankenhäusern und Hebammen zur Verfügung gestellt.

Wir sind Tag und Nacht damit beschäftigt, den Nachschub abzusichern.

Claudia Bernhard (Die Linke), Gesundheitssenatorin

Auch zusätzliche Beatmungsgeräte sind dem Gesundheitsressort zufolge bundesweit bestellt. Das Ziel: Die Anzahl der Intensivbetten in Bremer Krankenhäusern soll bis zum 1. April verdoppelt werden. "Immer unter der Berücksichtigung der Maßgabe, dass entsprechende Geräte auch aufgestellt werden", sagte Bernhard. Diese seien jedoch, zumindest zum Teil, bereits für nächste Woche zugesagt und würden nach und nach eintreffen. "Dann würden wir auf 460 Betten im Erwachsenenbereich kommen", so die Senatorin. Eine weitere Erhöhung darüber hinaus sei allerdings bereits angestrebt.

Mitschnitt der Senats-PK zum Coronavirus in Bremen

Video vom 24. März 2020
Christian Dohle, Andreas Bovenschulte, Claudia Bernhard und ihr Sprecher

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Autor

  • Kristian Klooß

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 24. März 2020, 19:30 Uhr