Fragen & Antworten

So will Cuxhaven als Modellkommune die Corona-Regeln lockern

In ausgewählte Innenstädte in Niedersachsen soll das Leben zurückkehren. Cuxhaven gehört zu ursprünglich 14 ausgewählten Modellkommunen.

Eine Frau mit Schutzmaske bürstet die Fassade eines Gebäudes vor dem Strand in Cuxhaven ab.
Cuxhaven zählt zu 14 Modellkommunen in Niedersachsen, die die Corona-Regeln versuchsweise lockern dürfen. Bild: DPA | Sina Schuldt
Was sind die Voraussetzungen für die Lockerungen als Modellkommune?
Alle Kommunen, die das Land Niedersachsen für den Modellversuch ausgewählt hat, müssen eine Corona-Inzidenz von unter 100 haben haben. Diese Voraussetzung erfüllt die Stadt Cuxhaven.
Was kann in Cuxhaven ab wann öffnen?
Das zunächst für drei Wochen geplante Modellvorhaben in Cuxhaven soll am 15. April starten. Innerhalb einer "sicheren Zone" in der Innenstadt und an der sogenannten Fischmeile dürfen dann Einzelhandel, Dienstleistungen, Gastronomie und kulturelle Angebote wieder öffnen. Also alle Geschäfte, Außenbereiche von Cafés und Restaurants aber auch ein Kino und ein Fitness-Studio – allerdings nur für Menschen mit negativem Schnelltest und unter Einhaltung der allgemeinen Corona-Regeln.
Wie läuft das genau ab?
Die Cuxhavener können so oft sie wollen zu Testzentren gehen, einen kostenlosen Abstrich machen lassen und bekommen dann einen QR-Code aufs Handy oder ein Papierticket. Wenn der Test negativ ausfällt, können sie 24 Stunden lang einkaufen oder ins Café gehen. Dieses Ticket kann jeder bekommen, auch Menschen von außerhalb. Man wolle ein reales Szenario erproben, sagte ein Sprecher der Stadt. Ein möglicher Shopping-Tourismus solle über die Zahl der Tickets gesteuert werden, die man ausgebe. Dies sollen zunächst 3.000 Stück sein.* Die Selbsttests für zu Hause gelten für das Ticket nicht. Auch die Luca App kommt in Cuxhaven zum Einsatz. Zudem wünscht sich Cuxhavens Oberbürgermeister Uwe Santjer eine wissenschaftliche Begleitung des Versuchs.
Was passiert, wenn die Corona-Zahlen steigen?
In Tübingen ist genau das passiert. Dort wurde ebenfalls mit Öffnungsszenarien experimentiert. Deshalb soll es bei diesem Modellvorhaben eine Reißleine geben. Laut den Vorgaben des Landes Niedersachsen soll die bei einer Inzidenz von über 200 greifen. Der Versuch könnte laut Santjer jedoch auch viel früher wieder gestoppt werden. Also auch schon bei einer Inzidenz von deutlich unter 200, wenn dies die Auslastung des Gesundheitssystems erfordert. Allerdings ist Santjer überzeugt, dass Infektionen eher bei privaten Treffen im Innern als draußen stattfinden.
Warum überhaupt das Ganze?
"Manche sind tatsächlich verunsichert, was ich sehr gut verstehen kann", so Santjer zu buten un binnen. "Aber auf der anderen Seite gibt es die Sehnsucht der Menschen wieder ein Stück Normalität zu erleben." Er sei davon überzeugt, dass mit diesem Modell ein Übungscharakter für die Zukunft entwickelt werden könne. Für die Bewerbung Cuxhavens habe es einen breiten Konsens gegeben, sie sei auch von Hotelvertretern oder des Verbandes Dehoga mitgetragen worden. Nun wolle man in der Pandemie neue Perspektiven schaffen.

*Zunächst hatte es gehießen, das Angebot gelte nur für Bewohner der Stadt. Wir haben dies geändert.

Achim darf nach Ostern Geschäfte und Außengastronomie öffnen

Video vom 3. April 2021
Ein Schild mit dem Hinweis der Maskenpflicht auf dem Achimer Wochenmarkt.
Bild: Radio Bremen

Autoren

  • Carolin Henkenberens Redakteurin und Autorin
  • Joschka Schmitt Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Bremen Vier Läuft, 6. April 2021, 16:45 Uhr