Besucher trotz Lockdown: Zoff um auswärtige Gäste in Cuxhaven

  • Mehrfach wurden zuletzt Besucher beschimpft
  • Bürgermeister ruft dazu auf, Gäste anständig zu behandeln
  • Initiative kritisiert Appell als falsches Signal
Blick auf die Kugelbake am Strand von Cuxhaven.
Zweitwohnungsbesitzer, Dauercamper und Geschäftsleute dürfen trotz Lockdown nach Cuxhaven, andere Gäste kommen offenbar unerlaubt – zum Unmut mancher Einheimischer. (Symbolbild) Bild: DPA | Sina Schuldt

Die Stadt Cuxhaven hat an ihre Bürger appelliert, die in der Stadt verbliebenen Gäste ordentlich und anständig zu behandeln. Zuletzt hatte es mehrfach Fälle gegeben, in denen Auswärtige dafür beschimpft wurden, dass sie noch reisen. Er habe kein Verständnis dafür, wenn Einheimische die Gäste von der Seite anmachen, sagte Cuxhavens Oberbürgermeister Uwe Santjer (SPD). "Nicht jeder, der ein fremdes Kennzeichen fährt, ist bei uns auch Gast. Selbst in meiner Verwaltung arbeiten einige, die kein CUX-Kennzeichnen fahren." Auch im ersten Lockdown fanden Gäste mit auswärtigen Nummernschildern bereits böse Zettel an ihren Autos.

Zweitwohnungsbesitzer und Dauercamper dürfen trotz Lockdown in der Stadt übernachten, ebenso wie Geschäftsleute – wie es die Niedersächsische Corona-Verordnung vorgibt. Der Tourismus aber ist untersagt. Die Initiative "Bürgerforum Cuxhaven" kritisierte den Appell des Oberbürgermeisters in den sozialen Netzwerken. Er sende damit ein falsches Signal. "Man kann nicht zur eigenen Bevölkerung sagen: 'Bleibt bitte zuhause' und auf der anderen Seite sollen wir Touristen möglichst entgegenkommend behandeln", so Sprecher Birger Sude. Es sei besonders zu den Weihnachtstagen zu beobachten gewesen, dass es illegale Übernachtungen auf Campingplätzen und in Ferienwohnungen gegeben habe. Hier hätte man konsequenter vorgehen müssen. Die Stadt weist das zurück.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Tag, 15. Januar 2021, 14:40 Uhr