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Corona-Liveticker (26. März): Zahl der Corona-Fälle steigt auf 244 an

Im Land Bremen ist die Zahl der bestätigten Corona-Fälle auf 244 gestiegen. Damit gibt es 32 mehr Infizierte als bei der letzten Erhebung. Die Entwicklung im Liveticker.

Ein Reagenzglas mit einer dunklen Flüssigkeit und einem Etikett mit der Aufschrift "Covid-19"
Im Land Bremen ist die Zahl der Corona-Fälle weiter angestiegen. Bild: DPA | Zuma Press / Robin Utrecht

Das war der Liveticker vom 26. März. Hier informieren wir Sie über alles weitere.

+++ Häftlinge sollen vorzeitig aus der Bremer JVA entlassen werden +++

Das Bremer Justizressort plant offenbar die vorzeitige Entlassung einiger Häftlinge, um das Corona-Ansteckungsrisiko in der Justizvollzugsanstalt (JVA) in Oslebshausen zu reduzieren. Das berichtet der "Weser-Kurier". Laut der Zeitung sollen Gefangene, deren Entlassung bis zum 18. Mai geplant war, frühzeitig wieder auf freien Fuß kommen. Außerdem gelte die Regelung für Häftlinge des offenen Vollzugs, die im kommenden halben Jahr entlassen werden sollten. Die Regelung betreffe ausdrücklich keine Häftlinge, die wegen schwerer Straftaten in der JVA untergebracht sind.

+++ 32 neue Corona-Fälle im Land Bremen +++

Wie die Gesundheitsbehörde mitteilt, ist die Zahl der bestätigten Corona-Fälle im Land Bremen auf 244 angestiegen, 32 mehr als noch bei der letzten Erhebung. In der Stadt Bremen gibt es demnach aktuell 228 bestätigte Fälle von Menschen, die sich mit dem Virus infiziert haben. In Bremerhaven sind es 18 Infizierte.

+++ Task Force "Bremische Häfen": Senatorin sagt Unterstützung zu +++

Die Task Force "Bremische Häfen" ist am Mittwoch in einer Telefonkonferenz erstmals zusammengekommen. Dabei sagte die Senatorin für Wissenschaft und Häfen, Claudia Schilling (SPD), den Hafen- und Logistikunternehmen in der Corona-Krise laut einer Mitteilung ihre vollste Unterstützung zu.

Die Häfen seien der Motor der bremischen Wirtschaft, jeder fünfte Arbeitsplatz hänge von ihnen ab, so Schilling. Im Rahmen der Task Force sei bestätigt worden, dass die bremischen Häfen auch in der aktuellen Ausnahmesituation voll leistungsfähig seien.

Um die Krise abzumildern, wolle Schilling Möglichkeiten bieten, Miet-, Pacht- und Erbbauzinszahlungen zu stunden. Gleichzeitig würden Bund und Länder Förderprogramme für die unterschiedlichen Bedarfe der Unternehmen vorbereiten. Auch die Anpassung der Hafengebühren könnte demnach ein Schritt sein, um mehr Umschlag zu generieren.

An der Task Force nehmen unter anderem Vertreter der Hafen- und Logistikwirtschaft im Land Bremen sowie aus regionalen und nationalen Verbänden teil. Sie soll sich künftig regelmäßig austauschen.

+++ Veranstaltungsbetriebe bitten Bürgermeister um Unterstützung +++

Mehrere Bremer Betriebe aus der Veranstaltungsbranche haben sich in einem offenen Brief an Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) gewandt. Darin beschreiben sie die Schäden, die die Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitern wegen der Corona-Krise erleiden. Demnach seien mittlerweile "so gut wie alle Events für 2020 abgesagt", zum Teil sogar schon die Weihnachtsfeiern.

Die Auswirkungen der Einnahmeverluste werden in unserer Branche sicherlich noch lange nachwirken und die eine oder andere Insolvenz nach sich ziehen.

Offener Brief mehrerer Bremer Veranstaltungsbetriebe an den Bürgermeister

Im Brief wird die Frage gestellt, warum es in Bremen bisher noch keine Soforthilfe in Form von Landesmittelzuschüssen für Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitern gebe. Eine solche Unterstützung würde den Betrieben langfristig helfen – im Gegensatz zu Krediten, die "auf die Liquidität für die kommenden Jahre" drücken würden.

+++ Osterfeuer im Landkreis Cuxhaven aufgrund von Corona untersagt +++

Aufgrund der derzeitigen Ausbreitung des Coronavirus sind sämtliche Osterfeuer im Landkreis Cuxhaven verboten worden. Darauf wies das zuständige Ordnungsamt hin. Diese Maßnahme sei unumgänglich, sagte der Leiter des Ordnungsamtes, Detlef Merz. Wer dennoch ein solches Feuer abbrenne, müsse mit Bußgeldern rechnen. Merz wies in diesem Zusammengang auf die Kontaktbeschränkung hin und bat darum, an die Feuerwehrleute zu denken. Man wolle alle nicht nötigen Feuerwehreinsätze so weit wie möglich reduzieren.

+++ Passagiere der "Artania" sollen eingeflogen werden +++

Die Passagiere des Kreuzfahrtschiffs "Artania", auf dem das Coronavirus ausgebrochen ist, sollen am Wochenende von Australien zurück nach Deutschland geflogen werden. Anfang April werden das Schiff und seine Besatzung in Bremerhaven erwartet. Nach Angaben des Bonner Reiseveranstalters Phoenix Reisen ist keiner der Infizierten in einem kritischen Zustand. 25 Menschen an Bord hatten über Atemwegsbeschwerden geklagt. Neun wurden daraufhin getestet, sieben davon positiv, darunter auch zwei Crewmitglieder.

Die insgesamt 800 Passagiere sollen voraussichtlich am Samstag zurück nach Frankfurt geflogen werden. Das ist laut Phoenix so mit dem Auswärtigen Amt abgestimmt. Ob auch die Infizierten ausreisen dürfen, ist noch unklar. Auf Anweisung der Behörden muss das Kreuzfahrtschiff nach Abreise der Gäste unverzüglich die australischen Gewässer verlassen.

Wie es für die Crew-Mitglieder nach der Rückkehr nach Bremerhaven weitergeht, ist noch unklar, sagte eine Sprecherin von Phoenix Reisen zu buten un binnen. Anfang April sollen zwei weitere Schiffe von Phoenix Reisen in Bremerhaven festmachen. An Bord dieser Schiffe gibt es laut Unternehmen keine Fälle von Corona.

+++ Daimler schickt Großteil der Mitarbeiter in Kurzarbeit +++

Der Autobauer Daimler schickt wegen der Corona-Krise zehntausende Mitarbeiter in Kurzarbeit. Unternehmensleitung und Betriebsrat hätten sich darauf geeinigt, ab dem 6. April zunächst bis zum 17. April Kurzarbeit zu beantragen, teilte der Stuttgarter Autokonzern am Donnerstag mit.

Die genaue Zahl der betroffenen Mitarbeiter –und damit auch, wie stark das Bremer Werk betroffen ist – werde derzeit noch ermittelt, so eine Sprecherin. Es sei jedoch jetzt schon klar, dass es sich um einen Großteil der rund 170.000 Mitarbeiter in Deutschland handele.

+++ Auch Bremen hat jetzt Gabenzäune für Obdachlose +++

Insbesondere Obdachlose leiden unter den Einschränkungen durch das Corona-Virus. Um sie mit dem Nötigsten zu versorgen, haben Bremer jetzt zwei Gabenzäune eingerichtet.

+++ Aufnahme von unbegleiteten Minderjährigen verzögert sich +++

Mindestens 20 unbegleitete Minderjährige sollen aus den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln nach Bremen geflogen werden. Darauf hatten sich die Fraktionen der Bremischen Bürgerschaft bereits Ende Januar geeinigt. Doch bislang ist nichts passiert. Und das liegt auch an der Coronakrise.

"Bislang scheitert es daran, dass der Bund der Aufnahme nicht zustimmt. Wir können das nicht alleine machen", erklärt Bernd Schneider. Er ist Sprecher der Bremer Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne). Wegen der Corona-Krise hat Deutschland kürzlich beschlossen, humanitäre Aufnahmeprogramme auszusetzen. Allerdings hatte das Bundesinnenministerium vergangene Woche betont, dass die Aufnahme von besonders schutzbedürftigen Kindern aus den überfüllten Lagern dadurch nicht beeinträchtigt wäre.

+++ Einbrecher klauen in Bremerhaven Desinfektionsmittel bei Pflegedienst +++

Unbekannte Täter sind in der Nacht zum Donnerstag nach Polizeiangaben in das Büro eines Pflegedienstes in Bremerhaven eingebrochen. In der Straße Am Parkbahnhof sei die Scheibe eines Fensters im Hochparterre eingeschlagen worden, über das der oder die Täter in die Büroräume geklettert seien. Sie hätten Schränke und Schreibtische durchsucht und einen Schaden in Höhe von mehreren hundert Euro angerichtet. Anschließend konnten sie unerkannt entkommen. Ihre Beute: Drei Behälter mit Desinfektionsmittel. Die Polizei bittet um Hinweise zur Aufklärung des Falls.

+++ Airbus reduziert Wochenarbeitszeit in Bremen +++

Wegen der Corona-Krise reduziert der Flugzeugbauer Airbus seine Produktion im Bremer Werk. Das Unternehmen gab bekannt, dass es die Wochenarbeitszeit in Bremen kürzt. Diese Maßnahme gelte vorerst für die kommenden drei Wochen.

+++ Expeditionsleiter sieht "Mosaic"-Expedition nicht in Gefahr +++

Die Corona-Pandemie wirkt sich auch auf die einjährige "Mosaic"-Expedition des Forschungsschiffes "Polarstern" in der Zentralarktis aus. Wegen der weltweiten Reiseverbote müsse der für Anfang April geplante Wechsel der 100 Wissenschaftler an Bord verschoben werden, sagte Expeditionsleiter Markus Rex vom Alfred-Wegener-Institut (AWI). Der Austausch werde nun für Mai geplant. Mit einem Abbruch der Expedition rechne Rex aus derzeitiger Sicht nicht. 

Wir gehen weiterhin davon aus, dass die "Polarstern" wie geplant am 12. Oktober nach Bremerhaven zurückkehren wird.

Markus Rex, Expeditionsleiter beim Alfred-Wegener-Institut

Der Eisbrecher war am 20. September 2019 von Norwegen aufgebrochen, um sich in der Arktis einfrieren zu lassen. Am 1. April ist somit Halbzeit der Expedition.

+++ Anstieg der Corona-Fälle im Land Bremen +++

Im Land Bremen sind 10 weitere Corona-Infizierte bestätigt worden. Damit stieg die Zahl insgesamt auf 212 Menschen, die als infiziert gemeldet sind. In Bremen gibt es 196 Corona-Fälle, in Bremerhaven sind 16 infizierte Menschen registriert.

+++ Eilanträge gegen Ladenschließungen am Bremer Verwaltungsgericht +++

In Bayern haben zwei Menschen erfolgreich gegen die Allgemeinverfügung geklagt, die die derzeitigen Ausgangsbeschränkungen regelt. Der Freistaat muss die Regularien nun schnellstens nachbessern. Auch beim Bremer Verwaltungsgericht liegen zwei Eilanträge von Unternehmen vor, die sich gegen die derzeitige Regelung zu Ladenschließungen richten.

Unter anderem in Bezug auf die Kontaktbeschränkungen muss die Innenbehörde nun handeln, da solche Maßnahme in Allgemeinverfügungen offenbar nicht geregelt werden dürfen. Der Senat werde nun am Freitag die Allgemeinverfügungen in eine Rechtsverordnung gießen und ein Bußgeldkatalog beschließen, teilte die Sprecherin des Innenressorts mit.

Die Allgemeinverfügungen aus der vergangenen Woche waren notwendig, um innerhalb kürzester Zeit Regelungen zu treffen, damit das öffentliche Leben von jetzt auf sofort runtergefahren werden konnte. Dazu gab es keine Alternative, da die weitere Verbreitung des Virus soweit wie möglich minimiert werden soll.

Rose Gerdts-Schiffler, Sprecherin Innenressort

Die neuen Regeln sollen zum Abflachen der Kurve beitragen:

Grafische Darstellung eines Schemas über die Eindämmung des Corona-Virus Z eit F älle Unkont r ollie r te A usb r eitung Mit Maßnahmen Quelle: Bundesgesundheitsministerium Kapazität des Gesundheitssystems
Bild: Radio Bremen

Wie klappt die Kontaktbeschränkung in Bremen?

Video vom 23. März 2020
Einige Menschen laufen an der Weser lang, nebendran ein Streifenwagen.
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 26. März 2020, 19:30 Uhr