Abschiebung von Ibrahim M.: Libanon wusste offenbar nicht Bescheid

  • Libanesische Justiz laut "Spiegel"-Informationen verärgert
  • Das ginge aus einem Vermerk des Bundeskriminalamts hervor
  • Ibrahim M. war im Libanon wieder freigelassen worden
Der 39-jährige Angeklagte Ibrahim M. am Freitag (13.01.2012) in einem Saal des Bremer Landgerichtes.  (Archivbild)
Die Abschiebung von Ibrahim M. in den Libanon wurde noch vor einigen Tagen von den Verantwortlichen als Erfolg gefeiert und die Zusammenarbeit mit dem Libanon gelobt- Bild: DPA | Michael Bahlo

Die libanesische Justiz war offenbar über die Abschiebung des führenden Bremer Clan-Mitglieds Ibrahim M. vorab nicht informiert. Das geht nach Spiegel-Informationen aus einem Vermerk des Bundeskriminalamtes (BKA) hervor.

Ibrahim M. gilt als eine Führungsfigur eines Bremer Familienclans und damit der organisierten Kriminalität in Bremen. Er war am 10. Juli 2019 aus Bremen in den Libanon abgeschoben worden. Zwei Tage später trafen sich laut dem BKA-Vermerk der kommissarische libanesische Generalstaatsanwalt und ein BKA-Verbindungsbeamter in Beirut.

In diesem Gespräch brachte der Generalstaatsanwalt demnach seine "tiefe Verärgerung" über den Vorgang zum Ausdruck. Die Justiz sei nicht darüber in Kenntnis gesetzt worden, dass zwei "offensichtliche Intensivtäter" in das Land abgeschoben werden würden. An Bord des Fliegers befand sich neben Ibrahim M. ein zweiter Mann, über den das BKA laut Vermerk keine Erkenntnisse hat.

Der Generalstaatsanwalt erwarte nun einen detaillierten Bericht zu den beiden Personen, heißt es in dem BKA-Papier weiter. Die Bundespolizei und die Polizei Bremen sind nach Spiegel-Informationen vom BKA bereits darum gebeten worden.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 17. Juli 2019, 23:20 Uhr