Umweltverband kämpft gegen Nitrat im Grundwasser

Der Umweltverband BUND will gesundheitsschädlichen Nitratbelastungen auf die Spur kommen. Interessierte können Wasserproben nach Dorum bringen und untersuchen lassen.

Eine Frau schüttet in einem Labor Wasser in ein Reagenzglas.
Am Donnerstag, 16. Mai, untersuchen Experten des BUND die Proben von 18 bis 21 Uhr im Nationalparkhaus Wurster Nordseeküste in Dorum-Neufeld. Bild: DPA | Klaus-Dietmar Gabbert

Einwohner aus der Weser-Elbe-Region können an diesem Donnerstag, 16. Mai, von 18 bis 21 Uhr im Nationalparkhaus Wurster Nordseeküste in Dorum-Neufeld kostenlos Wasserproben aus ihren Hausbrunnen testen lassen. Bernd Quellmalz, BUND-Regionalgeschäftsführer Weser-Elbe, erklärt den Hintergrund der Aktion.

Was steckt hinter dieser Aktion?
Mit der „Aktion Wasser“ greift der BUND die Sorgen der Menschen um den Zustand der Gewässer und des Grundwassers auf und bietet ihnen eine Möglichkeit, sich auf einfache Weise für den Gewässer- und Wasserschutz zu engagieren. Angesichts steigender Nitrat-Werte in Gewässern und im Grundwasser möchte der Umweltverband für die Belastung von Gewässern und Grundwasser durch Nährstoffe sensibilisieren und schließlich auf die Beseitigung von Missständen hinwirken.
Bernd Quellmalz vom BUND Weser-Elbe
Bernd Quellmalz, BUND-Regionalgeschäftsführer Weser-Elbe, begleitet die Wasseruntersuchung. Bild: BUND
Wie kann man mitmachen?
Experten des BUND untersuchen am Donnerstag die Proben von 18 bis 21 Uhr im Nationalparkhaus Wurster Nordseeküste in Dorum-Neufeld. Interessierte aus den Landkreisen Cuxhaven, Osterholz und Wesermarsch sollen ihre Wasserproben aus ihren Hausbrunnen und ihrer
Gartenbewässerung kurz vorher in gesäuberte Gläser füllen und mit genauen Angaben zur Entnahmestelle, wie Adresse, GPS-Koordinaten und Art der Probenstelle, übergeben.
Was für Ergebnisse erwarten Sie? Ist die Nitratbelastung in der Weser-Elbe-Region besorgniserregend?
Über die Ergebnisse kann ich nur spekulieren. Aber erst kürzlich warnte das Umweltbundesamt, dass unser Trinkwasser voraussichtlich bis zu 45 Prozent teurer wird. Ursache hierfür ist die Belastung unserer Gewässer und des Grundwassers, denn jährlich werden allein in Niedersachsen aus der Landwirtschaft rund 50.000 Tonnen Stickstoff und 30.000 Tonnen Phosphat zu viel in Böden und Gewässer eingebracht. Unter anderem auch deshalb befinden sich 98 Prozent der Oberflächengewässer in Niedersachsen in keinem guten und 49 Prozent der Grundwassersysteme sogar in einem schlechten Zustand. Das erschwert die Aufbereitung des Grundwassers zu Trinkwasser immens. Steigende Kosten sind garantiert. Zu beachten ist bei unserer Aktion aber, dass es sich um "Citizen Science" handelt, das heißt, Bürger nehmen Proben. Die dabei erhobenen Daten genügen nicht wissenschaftlichen Ansprüchen. Sie geben aber Hinweise auf etwaige Belastungen, denen Behörden mit ihrer zur Verfügung stehenden Messtechnik nachgehen können.
  • Sonja Klanke

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 14. Mai 2019, 23:30 Uhr