"Man muss zusehen, dass die Breminale ein Selbstläufer bleibt"

Der künstlerische Leiter Jonte von Döllen hat Lehren aus dem diesjährigen Festival gezogen. Und er erklärt, warum es 2019 wohl wieder mehr internationale Acts geben wird.

Jonte von Döllen
Jonte von Döllen hat die Breminale zum ersten Mal künstlerisch geleitet.

Herr von Döllen, was haben Sie in Ihrem ersten Breminale-Jahr als Leiter gelernt?

Ich habe viel über die wirkliche Struktur des Festivals gelernt. Die versteht man nämlich erst in Gänze, wenn man das Spiel einmal durchgespielt hat. Naja, und wie man richtig funkt, das habe ich auch gelernt (er lacht).

Was war die wichtigste Lektion?

Ich habe die letzten Jahre sehr viel bei einer Bühne verbracht und kenne die entsprechend. In diesem Jahr habe ich versucht, die Stimmung des gesamten Festivals einzufangen. Also wie funktionieren die Bühnen einzeln und im Zusammenspiel. Diesen Gesamteindruck konnte ich mir gut verschaffen.

Wie zufrieden sind sie mit der Breminale 2018?

Wir sind total zufrieden. Wir haben superviele schöne Feedbacks bekommen. Und das Wetter war großartig. Wir hatten am Samstag einmal diese blöde Unwetterwarnung. Doch das hat dann auch hervorragend funktioniert. Und es war wichtig für uns, da wir daraus wieder gelernt haben. Ich bin aber durch die Bank weg sehr, sehr, sehr happy.

Können Sie schon etwas zu den Besucherzahlen sagen?

Wir rechnen mit derselben Größenordnung wie im letzten Jahr. Wir hatten durch die extreme Hitze zwar schleppendere Nachmittage. Dafür waren die Abende aber sehr gut. Wir gehen daher davon aus, dass es sich um die 200.000 einpegeln wird.

Wieviel Wasser haben Sie bei der Hitze verbraucht?

Da stehe ich auf‘m Schlauch. Genaue Zahlen habe ich jetzt nicht parat. Wahrscheinlich sehr viel. Die Schläuche, Duschen und Rasensprenger liefen ja zum Teil ohne Unterbrechung und mit Menschenschlangen davor. Verwendet haben wir dafür Wasser aus unserem Wasserkreislauf. Wobei wir das Grundwasser angezapft haben, um Trinkwasser zur Verfügung zu haben. Wir wollten nicht das Weserwasser nehmen, um zu verhindern, dass Leute sich das in Flaschen abfüllen und dann Weserwasser trinken müssen.

Ist die Breminale ein Selbstläufer?

Es ist tatsächlich so, dass die Breminale in den Köpfen ist und wir ein Gefühl haben, dass alle sie wollen. Sie heißt nicht umsonst Breminale. Dass die Stadt ein solches Festival möchte, spürt man hier total. Es macht Spaß, das zu sehen. Und so ist es ein Stück weit auch ein Selbstläufer. Man muss aber auch zusehen, dass es ein Selbstläufer bleibt.

Wollen Sie sich den Organisationsstress im nächsten Jahr wieder antun?

Selbstverständlich haben wir große Lust. Wir hatten ja beim ersten Mal nicht so viel Zeit. Wir freuen uns daher, mal mit richtig viel Zeit eine Breminale zu planen. Jetzt geht es kurz in den Urlaub, danach geht es direkt wieder los. Und dann freuen wir uns, mit genügend Vorlauf und weniger Steinen auf dem Weg die Breminale 2019 auf die Beine zu stellen.

Weniger Steine?

Das heißt in erster Linie mehr Zeit und weniger Ungewissheit. Wir waren ja in diesem Jahr erst spät in der Lage, Nägel mit Köpfen zu machen. Und das lähmt einen in der Arbeit.

Ging das Konzept auf, mehr Bremer Bands ins Programm zu nehmen?

Meiner Ansicht nach ging das super auf. Wir haben auch viele positive Feedbacks dazu bekommen. Wir haben aber auch Rückmeldungen bekommen, dass den Leuten internationale Acts gefehlt haben. Das liegt aber auch daran, dass man diese früher einfangen muss. Und das war in diesem Jahr schwierig. Unser Ziel wäre es auch in Zukunft, viel aus der Region und aus Bremen zu stemmen – aber natürlich auch auf internationale Highlights zu setzen. Und da werden wir im nächsten Jahr auch nochmal drauflegen.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 30. Juli 2018, 19:30 Uhr

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