Die letzte Reise der "Seute Deern": Segler liegt nun am Abwrack-Platz

  • Die "Seute Deern" wurde um 150 Meter zur Baltimore-Pier verholt
  • Dort wird der Bremerhavener Segler bald abgewrackt
  • Dutzende Zuschauer verfolgten das Spektakel – trotz Corona-Warnung
Ein Segelschiff im Alten Hafen Bremerhaven
Die "Seute Deern" liegt an ihrem neuen Platz an der Baltimore-Pier. Der alte Liegeplatz rechts ist nach Jahrzehnten verwaist.

Das Ende einer 100-jährigen Segler-Geschichte: Am Freitag wurde der Bremerhavener Traditionssegler "Seute Deern" auf seiner letzten Fahrt zum Abwrack-Platz verholt. Per Seilwinde zog ein Kran das Schiff zur Baltimore-Pier, der Transport verlief laut Bremeports ohne Zwischenfälle. Das Schiff liegt nun rund 150 Meter südlich von seinem bisherigen Platz. Dort hatte das historische Schiff jahrzehntelang seine Liegestelle. Es galt als eine maritime Ikone der Stadt.

Nun soll das am Rand des Alten Hafens gelegene Becken mit Containern und großen Sandsäcken abgedichtet und vom Alten Hafen abgetrennt werden. Anschließend soll die "Seute Deern" hier abgewrackt werden.

Unklar ist noch, wann diese Arbeiten beginnen und wer für die Kosten aufkommt. Das 1919 in den USA gebaute Schiff galt als eines der Wahrzeichen Bremerhavens. Nach einem Brand im Februar 2019 war im Spätsommer auch noch Wasser eingebrochen, das Schiff sackte auf den Hafengrund ab. Das Land hatte zuletzt Plänen für die Aufbereitung der "Seute Deern" in einer gläsernen Werft eine Absage erteilt – weil zu hohe Folgekosten zu befürchten seien. Zwar hatte der Bund 45 Millionen Euro für die Sanierung des Schiffes zugesagt, allerdings steht noch nicht fest, wofür genau das Geld ausgegeben werden darf.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Die Rundschau am Mittag, 27. März 2020, 12 Uhr