Fragen & Antworten

So soll ein Citymanager Bremerhavens Innenstadt lebendiger machen

Viele Innenstädte kämpfen mit dem Niedergang. Bremerhaven möchte nun mit einem Citymanagement für mehr Koordination und Attraktivität sorgen. Was soll der Posten bewegen?

Karstadt-Filiale in Bremerhaven
Mit Karstadt hat ein zentraler Anziehungspunkt der Bremerhavener Innenstadt seinen Abschied angekündigt. Um die Zukunft der City soll sich ein neu geschaffener Posten kümmern. Bild: Radio Bremen | Sonja Harbers

Es sieht ein bisschen trostlos aus, in der Bremerhavener Innenstadt. Und es wird vielleicht noch trostloser, wenn sich die großen Ankerketten Karstadt und Saturn wie angekündigt verabschieden. Die Cityinitiative sucht einen Citymanager in Vollzeit, der oder die ab spätestens Oktober wieder Leben in die Stadt bringen soll. Diese Idee gibt es schon länger, jetzt wird es konkret.

Wer wird denn da genau gesucht?
Es wird eine Person mit Erfahrung in Sachen Stadtentwicklung gesucht. Ein Hochschulabschluss ist dafür nicht unbedingt notwendig, die Ausschreibung ist ganz bewusst sehr offen formuliert. "Es ist natürlich so, dass der oder diejenige, eine entsprechende Qualifikation haben muss, denn es ist eine große Herausforderung", sagt Michael Arzenheimer vom Bremerhavener Stadtmarketing. Diese sei vor dem Hintergrund der aktuellen Krise noch größer geworden. Innenstadt oder Handel müssten ganz neu gedacht werden, das gehöre zum Profil des oder der Gesuchten. "Aber letztendlich geht es darum, dass wir jemanden finden, der Menschen mag." Aufgaben gibt es genug: ein Innenstadtkonzept soll erarbeitet, die Händler besser vernetzt, Veranstaltungen koordiniert sowie zwischen Handel, Politik und Werbegemeinschaften vermittelt werden.
Warum ist diese Aufgabe so wichtig und wie wurde sie bisher gelöst?
Es gab diesen Posten bereits in reduzierter Form als Teilzeitstelle bei der Werbegemeinschaft City Skipper. Die Stadt möchte das Citymanagement nun in Vollzeit besetzen und stellt zur Schaffung der Stelle 60.000 Euro zur Verfügung. Dann, so hofft Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD), geht es wieder aufwärts: "Das sind erste Schritte, die wir einleiten, die aber ganz wichtig sind, die viele andere Städte gar nicht haben." Man sei damit ausgesprochen schnell. Wenn Klarheit darüber herrsche, wie es mit Karstadt und Saturn weitergehe, müsse man sich die Innenstadtentwicklung anschauen und schnell handeln können.

Ich bin nach wie vor in Gesprächen mit Karstadt.

Melf Grantz (SPD), Oberbürgermeister Bremerhaven
Was sind die wichtigsten Baustellen, die angegangen werden müssen?
Neben der Reaktion auf Abgänge großer Ketten, geht es vor allem darum, die Innenstadt lebendiger und attraktiver zu machen. Dabei kommt es auch darauf an, an einem Strang zu ziehen. Immer wieder gibt es Geschäfte, die sich an Aktionen in der Stadt nicht beteiligen. Beispiel: Weihnachtsmarktbeleuchtung. Da machen die Händler nicht immer alle so mit, wie man sich das von Seiten der Stadt wünscht. Es geht aber auch darum, regelmäßig kleinere Veranstaltungen in die City zu holen. Mehrere kleine Events könnten aus Sicht der Akteure besser sein als wenige große. Denn dadurch wird die Stadt ganzjährig attraktiver. Auch das muss von dem potenziellen Citymanager koordiniert werden.

Bremerhaven sucht nach City-Manager für die Innenstadt

Video vom 23. Juli 2020
Moderator Janoas Kereszti im Studio von buten un binnen, im Hintergrund Dirk Bliedtner.
Bild: Radio Bremen

Autor

  • Joschka Schmitt Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Nachmittag, 23. Juli 2020, 14:10 Uhr