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Grüne wollen Partygänger durch Drogen-Scouts schützen

  • In Bremen gab es im vergangenen Jahr mehr Drogentote
  • Grüne wollen, dass Konsumenten ihre illegalen Drogen prüfen lassen können
  • Mehr Beratung und Transparenz soll Schutz bieten
Ein Häufchen weißes Pulver liegt auf einem Tisch. Davor ein Fünfzig-Euro-Schein und zwei Linien weißes Pulver.
In mehreren europäischen Ländern gibt es bereits Drug Scouts (Symbolbild). Bild: Imago/Future Image

Das Land Bremen hat im vergangenen Jahr 19 Drogentote gezählt. Das sind fünf mehr als im Jahr davor. Bundesweit waren es 1.270 Menschen. Damit ging die Zahl der Menschen, die an den Folgen ihres Drogenkonsums starben, bundesweit um fünf Prozent zurück.

Die Bremer Grünen nehmen diese Zahlen zum Anlass, anonyme Qualitätstests für illegale Partydrogen zu fordern. Der gesundheitspolitische Sprecher der grünen Bürgerschaftsfraktion, Nima Pirooznia, bereitet derzeit einen entsprechenden Antrag vor.

Nima Pirooznia ist gesundheitspolitischer Sprecher der Bremer Grünen.
Nima Pirooznia will mehr über die Gefahren von illegalen Drogen aufklären. Bild: Grüne Bremen

Nach den Vorstellungen von Pirooznia könnten bald auch in Bremen sogenannte Drug Scouts unterwegs sein. Das sind Fachleute, die die Inhaltsstoffe von illegalen Drogen prüfen und über Gefahren der Substanzen aufklären sollen. Das Angebot richtet sich laut Pirooznia vor allem an Partygänger.

Drug Scouts könnten auf der Bremer Diskomeile oder bei größeren Veranstaltungen unterwegs sein. Dort sollen sie beraten, junge Erwachsene begleiten und über Gefahren des Drogenkonsums aufklären. Illegale Drogen würden so oder so genommen, einerseits von Suchtkranken, andererseits von gesunden Menschen, die einfach mal eine Nacht durchtanzen wollen, meint Pirooznia.

Ich halt nichts davon, zu sagen, das ist verboten. Und wenn die Leute das nehmen, sterben sie, im worst case. Ich finde es ist wichtig, dass man da die Möglichkeiten schafft, mit Transparenz und Klarheit entgegenzutreten und zu zeigen, was für ein Dreckszeug sie da nehmen.

Nima Pirooznia, gesundheitspolitischer Sprecher der Bremer Grünen

In mehreren europäischen Ländern gibt es bereits Drug Scouts und das Angebot, Drogen auf ihre Inhaltsstoffe hin prüfen zu lassen. In Österreich seien solche Tests seit mehr als 20 Jahren Teil der Drogenpolitik. Im Gegensatz zu Medikamenten seien gerade in synthetischen Drogen die Wirkstoffe nicht immer gleich, sagt Pirooznia. Er erhofft sich davon mehr Transparenz für die Konsumenten: "Im Gegensatz zu Medikamenten, die man in der Apotheke kriegt, kann es heute sein, dass ich eine blaue Tablette nehme, die vom Wirkstoff und den Zubereitungsmengen okay ist, und keine großen negativen Auswirkungen auf mich hat. Aber wenn ich eine Woche später die selbe Pille noch mal bestelle, können da ganz andere Inhaltsstoffe drinnen sein. Das ist natürlich ein großes Problem in diesem Bereich."

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau, 16. Mai 2018, 7 Uhr