Meinungsmelder

Corona-Regeln: Meinungsmelder fordern Einheitlichkeit und Kontrollen

Laut Radio Bremen-Befragung sind für die meisten die Pandemie-Regeln nachvollziehbar, vielen die Kontrollen aber zu lasch. Dorn im Auge ist der Regel-Flickenteppich.

Ein Mitarbeiter des Bremer Ordnungsdienstes kontrolliert mit Kollegen in einer Straßenbahn
Um die beschlossenen Corona-Schutzmaßnahmen durchzusetzen, fordern viele Meinungsmelder mehr Kontrollen durch den Ordnungsdienst. Bild: Radio Bremen

Mit einer Rekordbeteiligung von über 2.000 Teilnehmern hat die jüngste Meinungsmelderbefragung von Radio Bremen ergeben: Fast zwei Drittel der Teilnehmer bezweifeln, dass die derzeitigen Corona-Schutzmaßnahmen ausreichen, um das Infektionsgeschehen im Land Bremen in den Griff zu bekommen. Viele von ihnen glauben zudem, dass hierzu schärfere Kontrollen und bundesweit einheitliche Regeln erforderlich sind. Jörn Bersebach aus Bremen-Osterholz findet da klare Worte. Er fordert klare Ansagen: "Der Flickenteppich in der Maskengeschichte stört mich schrecklich."

Klare Ansagen und nicht dieses Hin und Her!

Jörn Bersebach aus Bremen-Osterholz

Meinungsmelderin Christiane Smidt aus Vegesack erklärt das Dilemma mit den regionalen Unterschieden an ihrem persönlichen Beispiel: "Wir haben Kinder in vier Bundesländern. Da soll mal einer den Überblick behalten, wer wen wann wie besuchen darf oder nicht."

Diese Corona-Strategien bevorzugen die Meinungsmelder

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Einige Meinungsmelder können sich allerdings auch Kompromisse zwischen den bundesweit einheitlichen und regional unterschiedlichen Regelungen vorstellen. So plädiert die 68-jährige Bärbel Kohlmeyer aus Obervieland etwa für gleiche Regeln zumindest in Bremen und Niedersachsen – "wegen der vielen Pendler", wie sie sagt.

Sind regionale Maßnahmen wirkungsvoll?

Trotz des insgesamt recht klaren Votums für bundesweit einheitliche Regelungen zeigen sich die Radio Bremen Meinungsmelder gespalten bei der Frage, ob regionale Maßnahmen hilfreich oder hinderlich sind, um das Infektionsgeschehen einzudämmen.

Die 49-jährige Kathrin Arckel aus Vegesack erklärt den Zwiespalt so: "Es macht keinen Sinn, alle zu bestrafen, weil in einem Gebiet so hohe Infektionszahlen sind. Trotzdem sind einheitliche Regelungen wichtig, um die Bevölkerung zusammenzuhalten und nicht gegeneinander auszuspielen."

Wie hilfreich sind regionale Corona-Schutzmaßnahmen?

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Als Lösung für dieses Problem empfehlen viele Meinungsmelderinnen und Meinungsmelder bundesweit einheitliche Maßstäbe für regional zu ergreifende Schutzmaßnahmen. So sagt die 30-jährige Katharina Köster aus der Neustadt: "Ein einheitliches Ampelsystem wäre sinnvoll. So könnte einheitlich auf unterschiedliche Fallzahlen eingegangen werden."

Inzidenzien, Kennzahlen und Co.

Es fällt auf, dass zwar viele Meinungsmelderinnen und Meinungsmelder wegen örtlicher Unterschiede bei den Schutzmaßnahmen irritiert sind. Nur wenige Befragte lassen sich dagegen durch die vielen Kennzahlen und Daten im Zusammenhang mit der Pandemie verwirren. Egal, ob es um 7- oder 14-Tage-Inzidenzen, um Kennzahlen, um aktuelle Infektionen oder um bestätigte Infektionen geht: Was unter diesen Begrifflichkeiten zu verstehen ist, scheint vielen bekannt zu sein. Viele fühlen sich damit gut informiert.

Einige fordern sogar noch mehr davon. So findet der 71-jährige Harry Haller aus Huchting: "Hier in Bremen sollte nach Ortsamtsbereichen veröffentlicht werden." Und die 69-jährige Carin von Riegen aus Hemelingen sagt: "Ich schaue mir die Zahlen jeden Tag genau an." Für die Zukunft wünscht sie sich mehr Erläuterungen zu der Frage, weshalb die Infektionszahlen weiterhin steigen.

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Noch strengere Corona-Regeln in Delmenhorst

Video vom 19. Oktober 2020
Ein Ortsschild zwischen Delmenhorst und Bremen.
Bild: Radio Bremen

Autor

  • Alexander Schnackenburg Autor

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 21. Oktober, 19.30 Uhr