Auch Bremen überprüft seine Blitzer

  • In Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen wurden Blitzer abgeschaltet
  • Auch in Bremen sind Anlagen dieses Typs im Einsatz
  • Bußgelder werden im Moment nicht verhängt
Eine erhöhte Blitzanlage.
Bundesweit werden Blitzer-Anlagen jetzt überprüft. Bild: DPA | David Young

"Traffipax TraffiPhot III". Ein sperriger Name. Die Ampel-Blitzer dieses Typs sorgen derzeit für mächtig Aufregung. In Nordrhein-Westfalen wurden 16 dieser Blitzer abgeschaltet, weil sie nicht ordnungsgemäß installiert wurden. Allein die Stadt Düsseldorf hat bereits acht Anlagen aus dem Betrieb genommen.

Auch die Bremer Behörden müssen sich jetzt mit "Traffipax TraffiPhot III" auseinandersetzen: Auf Anfrage hat die Bremer Innenbehörde bestätigt, dass diese Modelle auch in der Hansestadt im Einsatz sind. Alle 22 Ampel-Blitzer seien überprüft worden. "Bei sieben konnte sofort festgestellt werden, dass der Abstand der sogenannten Induktionsschleifen im Boden 1,20 Meter und mehr betrug. Bei anderen Messplätzen dauert die Bewertung noch an", teilte die Behörden-Sprecherin, Rose Gerdts-Schiffler, mit. Bis die Bewertung vorliege, würden nach Messungen dieser Anlagen keine Bußgelder oder Verwarnungen ausgestellt. In Hannover wurden Blitzer vom Typ "Traffipax TraffiPhot III" vorübergehend abgeschaltet.

Eine veränderte Vorgabe ist die Ursache der Probleme

Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt in Braunschweig (PTB) hat die Vorgaben für den Aufbau der Anlagen verändert. Nach Angaben des Herstellers Jenoptik basiert das System auf Induktionsschleifen, die in die Straße verlegt sind. Während der Rotphasen wird das Gerät aktiviert und reagiert dann auf ein Überfahren der Drahtschleifen.

Seit Jahresbeginn muss der Abstand der Induktionsschleifen 1,20 Meter betragen. "Bis 2017 gab es eine Soll-Regelung, jetzt eine Muss-Regelung", sagte eine Sprecherin von Jenoptik. Man sei mit rund 80 Kommunen im Gespräch. Allerdings würden die Messanlagen unabhängig vom Abstand der Induktionsschleifen korrekt funktionieren.

Laut Gerdts-Schiffler wurde die Bremer Behörde von Jenoptik Ende Januar darüber informiert, dass die Aufbauanordnung für die Messfelder unter den Fahrbahnen seitens der PTB "geringfügig" geändert wurde. Weil in Bremen aber ein anderes Messverfahren als in vielen anderen Städten zum Einsatz komme, könne man unberechtigte Bußgelder auf der Grundlage falscher Messungen ausschließen. Nur bei zwei nebeneinander liegenden Messfeldern unter den Fahrbahnen, die an unterschiedliche Stromkreise angeschlossen seien, bestehe der Verdacht, der gegenseitigen Beeinflussung. Dies sei aber in Bremen nicht der Fall, so die Sprecherin.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 13. März 2018, 19:30 Uhr