BKA-Chef warnt vor nordafrikanischen Clans

  • Holger Münch fordert stärkere Beobachtung von Intensivtätern aus Nordafrika
  • BKA-Chef befürchtet Strukturen wie bei arabischen Familienclans
  • Vor allem Bremen, Berlin, Niedersachsen und NRW hätten damit Probleme
BKA-Präsident Holger Münch
Der ehemalige Bremer Polizeipräsident und heutige BKA-Chef Münch will Intensivtäter aus Nordafrika stärker beobachten. Bild: DPA | Wolfgang Kumm

Der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Holger Münch, will, dass die Polizei ihr Hauptaugenmerk im Kampf gegen kriminelle Zuwanderer auf sogenannte Mehrfach-Intensivtäter aus Nordafrika richtet. Andernfalls stehe zu befürchten, dass aus diesem Milieu heraus Strukturen entstünden, wie zuvor schon bei einigen arabischen und kurdischen Familienclans.

Diesen kriminellen Clans könne man jetzt nur noch mit großem Aufwand Einhalt gebieten, sagte der frühere Bremer Polizeipräsident beim Europäischen Polizeikongress in Berlin. Das sei vor allem in Bremen, Berlin, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen ein Problem. 

Probleme, die in 25 bis 30 Jahren entstanden sind, die lösen wir nicht in 25 bis 30 Tagen.

BKA-Chef Holger Münch

Während relativ wenige Verbrechen von Menschen aus den Hauptherkunftsländern Syrien, Irak und Afghanistan verübt werden, war die Zahl der Intensivtäter unter den Zuwanderern aus Tunesien, Marokko, Algerien und Libyen den Angaben zufolge auch 2018 hoch. Eine Hilfe im Umgang mit dieser Tätergruppe sei der inzwischen verbesserte Austausch von Fingerabdrücken im Schengen-Raum, sagte der BKA-Präsident.

Im vergangenen Jahr seien 2.400 Verdächtige aufgrund biometrischer Daten identifiziert worden, sagte Münch. In 900 Fällen habe sich dabei herausgestellt, dass die von dem Verdächtigen angegebene Identität falsch war.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Nachrichten, 20. Februar 2019, 15 Uhr