CDU fordert kostenlose Ganztagsbetreuung ab dem Kindergarten

  • Bremer CDU fordert Ganztagsbetreuung bis zum Ende der Schullaufbahn
  • CDU will 100 Millionen Euro für mehr Kindergartenplätze investieren
  • Bremer Bildungsbehörde kritisiert die Pläne der CDU
Eine Rablinghausener Grundschule.
Bild: Importer

Die Bremer CDU fordert ab 2020 eine Ganztagsbetreuung für alle Kinder ab dem ersten Kindergarten-Jahr bis zum Ende der Schullaufbahn. Dafür würden bis zum Jahr 2035 zahlreiche zusätzliche Erzieher, Lehrer und Unterrichtsräume gebraucht.

Gut 100 Millionen will die Bremer CDU investieren, um möglichst schnell weitere Kindergartenplätze zu schaffen. Zusätzlich würden allein bis 2022 rund 250 Erzieher benötigt. Um genügend Bewerber für die offenen Stellen zu finden, will die CDU deren Ausbildung – anders als bisher – vergüten.

Bildungschancen erhöhen

"Ich halte es für unverantwortlich, dass sie keine Vergütung bisher bekommen. Man kann keinem verübeln, wenn jemand schaut: wo bekomme ich mehr Geld? Deswegen wollen wir die Ausbildung aufwerten und ich glaube, dass man so den Mangel beheben kann", sagt CDU-Fraktionschef Thomas Röwekamp.

Die Ganztagsschule soll nach den CDU-Plänen nicht verpflichtend sein, im Gegensatz zum letzten Kita-Jahr vor der Einschulung. Das soll nach Meinung Röwekamps die Bildungschancen aller Kinder vor dem Schulstart erhöhen. Kostenpunkt: über eine Milliarde Euro. Finanzieren will die CDU das Programm über langfristig eingesparte Zinsen, wenn Bremen – wie von der Bremer CDU gefordert – in größerem Umfang ab 2020 seine Altschulden abbaut.

Bildungsbehörde kritisiert CDU-Pläne

Die SPD-geführte Bremer Bildungsbehörde hat die Pläne der CDU kritisiert. Ein Rechtsanspruch schon 2023 sei nur zu schaffen, wenn die neu gegründeten Ganztagsschulen Abstriche beim Angebot an die Schüler machen, sagte eine Sprecherin der Bildungsbehörde zu buten un binnen. Etwa dann, wenn eine Ganztagsschule beispielsweise kein Mittagessen anbieten würde. Dabei verfolgt die Bremer SPD ein ähnliches Ziel wie die CDU – allerdings hält sie durchgehende Betreuung ganztägig erst ab 2025 für realistisch.

Die Idee der Christdemokraten, den Besuch des letzten Kindergartenjahres vor der Einschulung zur Pflicht zu machen, lehnt die Bildungsbehörde mit Verweis auf das Grundgesetz ab. Zustimmung gibt es dagegen beim Vorschlag, die Ausbildung von Erzieherinnen, anders als bisher, künftig zu bezahlen. "Dies werde in Bremen bereits in Teilen probiert", sagte die Behördensprecherin.

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 6. Dezember 2018, 19:30 Uhr