Fahrrad-Frust durch Baustellen in der Überseestadt

Durch die neue Zech-Baustelle und zwei andere Absperrungen müssen Radfahrer und Fußgänger am Europahafen mehrfach die Straßenseite wechseln. Das Bauressort bittet um Verständnis.

Die Holzwand einer Absperrung blockiert einen Fahrradweg, davor steht ein Absperrungsschild.
Wegen dieser Wand müssen Radfahrer und Fußgänger am Europahafen die Straßenseite wechseln.

"In Bremen wird im Moment viel gebaut, das ist auch gut so", sagt Sven Eckert vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC). Doch eine der neuen Baustellen stört ihn gehörig: Der Europahafenkopf. Am Hansator in der Überseestadt soll bis 2021 ein Gebäudekomplex mit etwa 340 Wohnungen, einem Bürogebäude und einer Tiefgarage entstehen. In der vergangenen Woche wurde der Spatenstich mit Bürgermeister Carsten Sieling und Investor Kurt Zech zelebriert. Daran hat Eckert nichts auszusetzen, doch die Begrenzung der Baustelle – eine Holzwand – blockiert seitdem den anliegenden Fuß- und Fahrradweg.

ADFC-Geschäftsführer Sven Eckert im Interview
Sven Eckert vom ADFC hält die aktuelle Situation für gefährlich.

"Die Radfahrer müssen jetzt erst an der Ampel anhalten, die Straße überqueren und sich dann über einen Fuß- und Radweg schlängeln, der in beide Richtungen freigegeben ist und auch noch durch eine weitere Baustelle enger wird", erklärt Eckert. Aus seiner Sicht ergibt sich daher eine Gefahrensituation: "Das stellt zumindest eine Gefährdung der Fußgänger dar, weil sie sich den ohnehin schon zu engen Weg mit Radfahrern aus beiden Richtungen teilen müssen."

Fußgänger und Radfahrer, die über das Hansator von Walle in die Richtung des ehemaligen Kellogg-Geländes wollen, müssen an der Ecke zur Konsul-Smidt-Straße die Seite wechseln und danach durch die Verengung. Personen, die auf dem Weg nach Walle sind, fahren oder gehen zuerst durch die Engstelle, müssen aber wegen einer weiteren Baustelle ab der Eisenbahnbrücke vor der Neptunstraße trotzdem die Straßenseite wechseln.

"Die Situation ist nicht optimal", gibt auch Jens Tittmann vom Bremer Bauressort zu. Das Amt für Straßen und Verkehr arbeite bereits an einer Lösung für die Baustelle am Hansator. Tittmann bittet aber um Geduld: "Der ADFC hat das Amt für Straßen und Verkehr am Freitag um eine Prüfung gebeten und lediglich ein Wochenende Zeit gelassen. Da würde ich dann auch mal die Kirche im Dorf lassen – man muss dem Bremer Amt für Straßen und Verkehr dann auch in irgendeiner Form die Möglichkeit geben, das zu prüfen, zu reagieren und gegebenenfalls auszubessern."

Ein Fuß- und Radweg, der durch eine Baustelle mit Zaun schmaler wird.
Auch der alternative Weg auf der gegenüberliegenden Straßenseite ist durch eine Baustelle schmaler.

Bis eine Lösung gefunden wird, bleibt die Holzwand am Hansator also stehen. Eckert erhofft sich neben einer schnellen Lösung auch Veränderung für zukünftige Baustellen. "Die Pläne müssen ja irgendwann genehmigt worden sein. Ich denke nicht, dass ein Investor einfach so öffentliche Wege absperren darf. Da würden wir uns wünschen, dass die Pläne von der Baubehörde und dem Amt für Straßen und Verkehr etwas genauer untersucht werden", sagt er.

Mehr zum Thema:

  • Yannick Lemke

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Bremen Vier läuft, 19. Februar 2019, 13:25 Uhr.