Grüne fordern DLRG-Station am Café Sand

  • In Bremen und umzu gibt es zehn Rettungswachen der DLRG
  • Am Café Sand nicht – Die Grünen wollen das jetzt ändern
  • Seit 1995 darf man dort baden, eine Wachstation wurde damals nicht installiert

Die DLRG-Mitarbeiter sollen, wenn es nach den Grünen geht, unter anderem die Strömungsverhältnisse der Weser beobachten und das Gewässer gegebenenfalls für Schwimmer sperren. Außerdem fordert der Bürgerschaftsabgeordnete Mustafa Öztürk eine Station der DLRG am Café Sand. Dafür müssten Arbeitgeber aber bereit sein, berufstätigen Rettungsschwimmern an besonders heißen Tagen freizugeben. Nur dann könnten sie ihrem Ehrenamt nachgehen und so für mehr Sicherheit an Badeseen und an der Weser sorgen.

Dafür wären Gespräche zwischen Umweltressort, Sportamt sowie mit der DLRG und den Unternehmensverbänden ein weiterer wichtiger Schritt.

Mustafa Kemal Öztürk
Mustafa Öztürk (Grüne), Bürgerschaftsabgeordneter

Hintergrund ist der Tod eines Vierjährigen, der dort vergangene Woche ertrunken war. Der tödliche Badeunfall am Café Sand vom vergangenen Freitag ist immer noch Gesprächsthema. Die Badestelle ist beliebt, seit Jahrzehnten wird hier gebadet. Aber wieso wird beispielsweise der Werdersee von der DLRG überwacht, der Strand an der Weser aber nicht? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Warum ist die DLRG nicht am Café Sand vertreten?
Laut DLRG gab es in der Nachkriegszeit diverse Badestellen an der Weser, die teilweise auch überwacht wurden. Mit den Jahren nahm die Wasserqualität kontinuierlich ab, Grund dafür waren Abwässer aus der Industrie und von Kläranlagen. Das Baden in der Weser wurde schließlich zum Gesundheitsrisiko, Badeverbote waren die Folge. Am Café Sand darf man seit der Aufhebung 1995 wieder ins Wasser – eine feste Wachstation der DLRG wurde aber mit Aufhebung des Verbots nicht installiert.
Warum ist das Baden in der Weser nicht verboten? Bleibt es auch in Zukunft dabei?
Die Badestelle am Café Sand ist in der Verordnung zur Regelung des Gemeingebrauchs an Gewässern als solche vermerkt. Hier darf man also auf eigene Gefahr ins Wasser springen, die bestehenden Baderegeln – insbesondere in Bezug auf den Schiffsverkehr – gelten natürlich trotzdem. Ein generelles Badeverbot an der Weser sei laut Umweltressort auch in Zukunft nicht sinnvoll. Sprecher Jens Tittmann appelliert stattdessen an die Eigenverantwortung der Badegäste und der jeweiligen Aufsichtspersonen, sofern Kinder im Wasser sind. Es könne nicht das Ziel sein, alle möglichen Gefahren mit Verboten zu regeln.

Baden in der Weser hat Tradition

Klein Heringsdorf – so hieß einmal die Badestelle, die heute jeder in Bremen als Café Sand kennt. Als ehemalige Weser-Schwimmerin erinnert sich Rose Mählmann noch gut daran und berichtet in folgendem Video von 2008 über vergangene Badekultur an der Weser.

Video vom 3. Juni 2008
Wagenbrett-Flussbadeanstalten
Bild: Radio Bremen

Autoren

  • Angela Weiß
  • Sebastian Manz

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 7. August 2018, 23:20 Uhr

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