6 Fakten: Was beim Baden in der Weser verboten ist

Ein Vierjähriger ist in der Weser ertrunken. Noch ist unklar, wie es zu dem Unglück kam. Grundsätzlich aber gilt: Das Baden in der Weser ist gefährlich.

1 Baden nur auf eigene Gefahr

Das Bremer Umweltressort weist auf die Gefahren des Badens in der Weser hin. Wegen des Tidenhubs kann es zu gefährlichen Strömungen und Sogwirkungen kommen, der selbst geübte und gute Schwimmer ins Fahrwasser ziehen und auf Buhnenköpfe oder Molen schleudern kann. Gerade im Übergang zwischen Ebbe und Flut, vor allem wenn Ebbe einsetzt, kriegt der Fluss eine enorme Strömung. Es darf in der Weser aber grundsätzlich auf eigene Gefahr gebadet werden. Auf die Gefahren wird mit Schildern hingewiesen.

2 Fahrrinnen, Anleger und Brücken sind tabu

Verboten ist das Baden in der Weser in der Nähe von Kläranlagen zwischen dem Lankenauer Höft und Ochtum am linken Weserufer und auf Höhe Farge-Rekum am rechten Weserufer. Zusätzlich handelt es sich bei der Weser um eine Bundeswasserstraße, die besonderen Regeln unterliegt. Verboten ist das Baden, Schwimmen und Tauchen in der Fahrrinne sowie 100 Meter oberhalb bis 100 Meter unterhalb von Brücken, Wehren, Schiffs- und Fähranlegestellen. 200 Meter Abstand müssen zu Hafeneinfahrten, Schleusen- und Sperrwerken eingehalten werden.

3 Badestrand am Café Sand ist eine Ausnahme

Die Badestelle am Café Sand ist dabei eine Ausnahme: Dort darf gebadet werden, obwohl sie direkt neben einem Fähranleger liegt. Der Strand sei schon seit Ewigkeiten als Badestelle ausgewiesen, erklärt Jens Tittmann, Sprecher des Umweltressorts. Die Fähre sei erst später dazugekommen, um den Strand besser zu erschließen, deshalb und weil die Fähre so klein sei, gebe es an der Stelle eine Ausnahme von der Regel.

Die DLRG warnt seit Jahren vor dem Baden in der Weser, zudem gebe es genug bewachte Badestellen. In Bremen überwacht die DLRG allein acht Seen.

4 Durchschwimmen verboten

Verboten ist ebenfalls, die Weser zu durchqueren. Es darf nicht mehr als 50 Meter an Wasserfahrzeuge herangeschwommen werden, damit diese nicht behindert oder genötigt werden, ihren Kurs zu ändern oder ihre Geschwindigkeit zu drosseln. Zu Molen und Pegeln muss mindestens ein Abstand von 20 Metern eingehalten werden.

5 Ein Sprung von der Brücke kann teuer werden

Strengstens verboten ist das Springen von Brücken in die Weser. Brückenspringer müssen in jedem Fall mit einer Anzeige der Wasserschutzpolizei rechnen und für die Kosten eines eventuellen Hilfs- und Rettungseinsatzes von Feuerwehr und Polizei selbst aufkommen.

6 Starke Strömung in Bremerhaven

In Bremerhaven gibt es ein ganz offizielles Weserstrandbad in der Innenstadt. Das Baden hat die Stadt als Inhaberin hier aber ausdrücklich untersagt – wegen des starken Schiffsverkehrs ist mehr als Füße reinhalten nicht erlaubt. Außerhalb des Strandbades kann die Stadt das Baden aber nicht vollständig verbieten. Eine bremische Landesverordnung regelt seit 2013 nämlich den Gemeingebrauch von Gewässern. Darum kann man außerhalb des Weserstrandbades auch in der Weser baden, sofern man die Sicherheitsabstände zu Schiffen und Hafenanlagen einhält. Ungefährlich ist das allerdings nicht – es gab schon Ertrunkene an der Weser.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, 3. August 2018, 14:40 Uhr

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