Bewässerung von Bäumen sorgt für Kontroversen im Netz

Bremerhavener sollen bei der Baum-Bewässerung helfen. Dieser Aufruf des Gartenbauamts erhitzt gerade die Gemüter der Netzgemeinde. Viele fragen, wer das bezahlt?

Wasserschlauch
Das Gartenbauamt Bremerhaven möchte, dass die Bürger bei der Bewässerung der Bäume mithelfen. Bild: dpa | Silvia Marks

So hat sich das Gartenbauamt Bremerhaven die Reaktionen auf seinen Vorschlag, die Bürger könnten selbst Hand bei der Bewässerung von Bäumen in ihrer Straße anlegen, wohl nicht vorgestellt: Viele Facebook-User reagieren mit Spott und fragen, wer die zusätzlichen Wassergebühren für diese Aktion bezahlen soll?

Das Gartenbauamt hatte den Einwohnern empfohlen, einmal in der Woche eine größere Menge Wasser auf die Bäume zu gießen — idealerweise 150 Liter. Das entspricht 15 Gießkannen. Eine Menge, die vor allem junge Bäume für ein gesundes Wachstum brauchen.

Nein danke, zahle schon genug an die SWB, auf eigene Kosten gieße ich gar nix!!!

Na Tascha - 6. August 2018, 19:42 Uhr.

Und zur Belohnung zahlt man auch noch die Abwassergebühr...

Wolfgang Otte - 6. August 2018, 19:19 Uhr.

Ja wirklich.... wenn's bei mir mal eng ist macht die Stadt das bei mir auch gratis??? Ich denke nicht.... denen steigt wohl die Hitze zu Kopf. Teilweise wird das bewässern schon untersagt und nun sollen wir der Stadt noch das Leben und den Geldbeutel versüßen

Don Maxello - 6. August 2018, 19:36 Uhr.

Wer stellt Material zum Gießen? Ein T-Schlüssel mit Standrohr und 100m Schlauch bitte

Chrstn V Brcht - 6. August 2018, 21:30 Uhr.

Auch andere Städte bitten Bürger um Hilfe

Zwei Männer mit einem Ast
Stadtrat Maurice Müller und Thomas Reineke vom Gartenbauamt im Gespräch.

"Wir sind nicht die einzige Stadt, die so eine Empfehlung ausspricht", sagt indes Stadtrat Maurice Müller (Grüne) über den ungewöhnlichen Hilfegesuch. "Köln und Frankfurt zum Beispiel machen das auch." Hier seien die Gartenbauämter und die Feuerwehren ebenfalls an der Grenze ihrer Kapazitäten angelangt. "Wir können nicht garantieren, dass jeder Baum im Stadtgebiet von Bremerhaven ausreichend Wasser bekommt", so Müller weiter.

Die Einwohner müssten ein Bewusstsein für die Umwelt entwickeln und verstehen, dass die Hitze dauerhafte Schäden an den Bäumen verursachen könne. "Auf Facebook werden schnell Wut-Diskussionen geführt. Das haben wir schon bei der Debatte um den Müll in unseren Stadtparks erlebt. Aber eine Lösung für das Problem wird durch Wut allein nicht herbeigeführt." 50 Cent pro Woche sollte den Bürgern das Wohl eines Baumes eigentlich wert sein, findet der Stadtrat für Umwelt.

Facebook-User Kevin Mer sieht das genauso. Er ist einer von den Befürwortern des Vorschlags.

Hauptsache jammern, die Stadt solle doch die 50 Cent erstatten. Und wenn die Bäume dann kaputt sind, heulen alle, dass niemand was gemacht hat. Wer braucht schon Sauerstoff, neumodischer Kram

Kevin Mer - 6. August 2018, 19:47 Uhr.

Allein ist Kevin Mer mit dieser positiven Reaktion nicht. Trotz überwiegender Kritik an dem Vorschlag des Gartenbauamtes gibt es noch weitere Facebook-User aus Bremerhaven, denen das Wohl der Bäume mehr am Herzen zu liegen scheint, als das ihres Geldbeutels:

Es gibt sogar Leute, die befüllen tgl. die Planschbecken ihrer Kinder, aber glaubt man ja nicht, dass das gebrauchte Wasser den Bäumen oder so zu gute kommt, nö da kippen die lieber das Wasser über Gehweg und Rasen..... Und grillen sogar dabei......

Andrea Volkamann - 7. August 2018, 00:18 Uhr.

Ein 5 bis 10 Liter-Eimer pro Baum, Tag und Haushalt tut den umliegenden Bäumen gut und gewiss niemanden weh.

Bjørn Gimber - 6. August 2018, 20:10 Uhr.

  • Janina Kovacs

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 7. August 2018, 23:22 Uhr