Immer mehr Bremern droht Armut im Alter

  • 2017 bekamen 8.500 Menschen im Land Bremen Grundsicherung
  • 10.000 Menschen über 65 Jahren arbeiten noch – die meisten in Mini-Jobs
  • Jeder vierte Rentner in Bremerhaven von Armut bedroht
Ein Rentner zählt in seiner Hand Kleingeld
In Bremen und Bremerhaven sind viele Rentner von Altersarmut bedroht. Bild: DPA | Christoph Hardt

In Bremen sind immer mehr alte Menschen auf Grundsicherung angewiesen. Das geht aus einer Vorlage der Landesregierung hervor, die buten un binnen vorliegt und am Dienstag im Bremer Senat besprochen wird. Die Fraktion der Linken hatte die Anfrage an den Senat gerichtet. Die Zahlen beziehen sich auf Menschen, die nicht in Einrichtungen leben.

Die aktuellen Zahlen für die Gruppe der über 65-Jährigen liefert der Senat für das Jahr 2017. Damals bekamen knapp sechs Prozent aller Rentner Grundsicherung – das sind rund 8.500 Menschen in Bremen und Bremerhaven und somit 2.000 mehr als noch im Jahr 2010. Deutlich mehr als die Hälfte der Betroffenen sind Frauen. Das könnte zum einen an Kindererziehungszeiten liegen, aber auch an schlechter bezahlten Jobs oder Teilzeitarbeit.

Die Antwort des Senats zeigt auch: Rund 10.000 Menschen über 65 Jahren arbeiten noch. Die große Mehrheit von ihnen verdient sich mit einem Mini-Job etwas zur Rente dazu. Während die Armutsquote in der Stadt Bremen bei dieser Altersgruppe in den vergangenen Jahren relativ stabil bei 16 bis 17 Prozent liegt, ist sie in Bremerhaven angestiegen. Jeder fünfte war dort 2010 von Armut bedroht – 2017 war es schon jeder vierte.

  • Ramona Schlee

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Morgen, 19. Februar 2019, 7 Uhr