Frauen finden kaum noch Abtreibungsärzte

  • Immer weniger Abtreibungsärzte bundesweit
  • Laut Pro Familia Bremen ist vor allem auch Bremerhaven unterversogt
  • Ärzte lassen sich nicht mehr dafür fortbilden
Eine Hand hält einen Schwangerschaftstest.
Frauen haben zunehmen Probleme, einen Abtreibungsarzt zu finden. Bild: DPA | Media for Medical

Immer weniger Ärzte und Krankenhäuser führen in Deutschland Schwangerschaftsabbrüche durch. Die Folgen machen sich auch in Bremen und Bremerhaven bemerkbar. Sollten Bund und Länder nicht reagieren, wird sich die Situation in wenigen Jahren katastrophal zuspitzen. Das befürchtet Pro Familia. Der Verein betreibt Beratungsstellen in ganz Deutschland.

Die Leiterin des Bremer Standorts Monika Börding beobachtet, dass gerade Bremerhaven mittlerweile unterversorgt ist: Das Klinikum Bremerhaven Reinkenheide vergebe keine Termine mehr zum Schwangerschaftsabbruch, von drei niedergelassenen Gynäkologen mit der nötigen Expertise gingen zwei bald in Rente.

Nur wenige Ärzte lassen sich fortbilden

In der Stadt Bremen vergebe auch das Klinikum Bremen-Nord keine solchen Termine mehr. Bei den niedergelassenen Gynäkologen sei dort die Lage etwas besser, Termine seien aber auch in Bremen rar. Hinzu kommt: Die herkömmliche gynäkologische Ausbildung reiche nicht aus, um Schwangerschaftsabbrüche durchführen zu können, so die Bremer Ärztekammer. Nur wenige ließen sich hierfür noch fortbilden.

Der Verein Pro Familie fürchtet daher, dass sich die Lage weiter verschlechtert, auch weil die Zahl derer die in Bremen und Niedersachsen die Schwangerschaft vorzeitig beenden, von Jahr zu Jahr größer wird.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 23. August 2018, 18 Uhr