Angeblicher Geheimagent lässt sich im Taxi durch Niedersachsen fahren

Ein Mann schaut durch ein Fernglas.

Angeblicher Geheimagent lässt sich im Taxi durch Niedersachsen fahren

Bild: Imago | Panthermedia
  • In "geheimer Mission": Berliner prellt Taxifahrer um 1.000 Euro
  • Er lässt sich unter anderem zum Radio-Bremen-Funkhaus fahren
  • Insgesamt dauert die 425 Kilometer lange Tour acht Stunden

Ein vermeintlicher Geheimagent hat einen Taxifahrer in Niedersachsen um fast 1.000 Euro geprellt. Der 64-jährige Berliner bestieg am Samstag in Bückeburg ein Taxi und ließ sich 425 Kilometer durch Niedersachsen bis nach Bremen und zurück nach Bückeburg chauffieren, wie die Polizei in Nienburg am Dienstag berichtete.

Gegenüber dem Taxifahrer gab sich der Mann als verdeckter Ermittler der Berliner Generalstaatsanwaltschaft aus. Er plane in der Bundeshauptstadt eine Durchsuchung, erklärte der Mann. Dafür sei die dienstliche Nutzung des Taxis angeordnet worden, weshalb auch die Kosten "von höchster Stelle" übernommen würden.

Tour dauerte fast acht Stunden

Nach einem Zwischenstopp in Nienstädt fuhr das Taxi weiter nach Bremen und Osterholz-Scharmbeck. Dabei musste der Fahrer während der insgesamt fast achtstündigen Tour unter anderem mehrere Autovermietungen, Autohäuser, zwei Polizeidienststellen, den Flughafen Bremen, das Funkhaus von Radio Bremen und einen privaten Fernsehsender ansteuern.

Zurück in Bückeburg konnte der vermeintliche Geheimagent die Fahrtkosten von 978,30 Euro nicht begleichen. Auch gegenüber den herbeigerufenen Polizeibeamten wiederholte der 64-Jährige seine angebliche Mission und gewährte den Beamten einen Einblick in seine Akten, die demnach im Wesentlichen aus Blutuntersuchungsergebnissen und Gebührenbescheiden bestanden. Weitere Ermittlungen ergaben, dass der Mann bereits mehrfach wegen ähnlicher Delikte polizeilich aufgefallen war. Die Polizei leitete Strafverfahren wegen Betrugs und Amtsanmaßung ein.

Dieses Thema im Programm: Bremen Next, Next am Nachmittag, 6. Juli 2022, 14:20 Uhr