Weihnachtsbraten in Gefahr? Bremer Metzger in Sorge wegen Geflügelpest

Eine viertel Gans mit Knödeln und Blaukraut steht auf einem gedeckten Tisch.
Bild: DPA | Tobias Hase

In 24 Tagen ist Heiligabend und viele freuen sich bereits auf eine traditionelle Weihnachtsgans. Doch Metzger warnen vor Engpässen zum Fest – wegen der Geflügelpest.

Bei vielen Menschen gibt es an Weihnachten Gänsebraten – alle Jahre wieder. Wer ähnliche Pläne und bereits vorgesorgt hat, kann sich glücklich schätzen. Denn beim Geflügel gibt es wegen der Geflügelpest Engpässe, sagt Herbert Dohrmann, Präsident des Deutschen Fleischer-Verbandes und Bremer Landesinnungsmeister.

In Europa fehlen zu Weihnachten 4 Millionen Gänse

"Beim Geflügel kann es schwierig werden, durch die Geflügelpest, die uns ja jetzt schon ziemlich lange und europaweit begleitet", so Dohrmann. Es bestehe das Problem beim Frischgeflügel, dass die Geflügelpest auch in Norddeutschland immer wieder auftrete.

Das merken wir in den kleineren Regionen eben auch, dass am europäischen Markt in diesem Jahr zu Weihnachten vier Millionen Gänse fehlen.

Herbert Dohrmann, Präsident Deutscher Fleischer-Verband

Fleischereifachverkäuferin Tanja Neckien aus Bremerhaven bemerkt bei ihrer Kundschaft schon jetzt, dass Sorge um den Weihnachtsbraten herrscht: "Es ist schon ein Thema, das Geflügelfleisch wird sehr knapp und auch sehr teuer." Bei Schwein Rind, Kalb und Wild wirke sich dies allerdings bisher noch nicht aus.

Engpässe auch bei Rindfleisch?

Doch auch dort könnte es zu Engpässen kommen. Nach Beobachtung der Verkäuferin, bevorzugen viele Kunden nun in der Tat Alternativen zum Geflügel. Demnach würde vermehrt auf Rindfleisch umgestiegen, was dort wiederum zu Knappheit führen könne. "Aber wir haben viel bestellt und sind vorbereitet", so Neckien. Bei entsprechend großer Nachfrage befürchtet sie auch beim Rind einen ansteigenden Preis. Immer mehr Vorbestellungen für die Festtage trudeln bereits bei Neckien auf dem Wochenmarkt ein.

Der Preis steigt auch, weil die Nachfrage groß und wenig da ist.

Tanja Neckien, Bremerhavener Fleischereifachverkäuferin

Allen, die nicht auf ihre Tradition verzichten wollen, empfiehlt der Präsident des Deutschen Fleischer-Verbands: "Der frühe Vogel fängt den Braten – wer Besonderes möchte ist gut beraten, rechtzeitig zu bestellen", so Dohrmann. Dennoch zeigt er sich stellvertretend für seinen Berufsstand zuversichtlich, bis zum 24. Dezember alle Kunden zufrieden stellen zu können. Und ansonsten bleiben ja auch immer noch vegetarische Alternativen.

Diese Weihnachtsgänse sind auch in Zeiten von Corona gefragt

Bild: Radio Bremen

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Autorinnen und Autoren

  • Sina Derezynski
  • Joschka Schmitt Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Morgen, 1. Dezember 2021, 9:10 Uhr