Darum halten die Bremer Bäder noch an 3G fest

Bild: Bremer Bäder GmbH
  • Aktuell gilt bei der Bremer Bäder GmbH die 3G-Regel
  • Hintergrund sind unter anderem Personalengpässe
  • Die Vorgabe soll aber so schnell wie möglich aufgehoben werden

Seit Montag hat das erste Freibad der Bremer Bäder GmbH geöffnet: das Westbad in Walle. Die Vorfreude der Bremerinnen und Bremer war groß, für viele gibt es aber einen Wermutstropfen und das ist die aktuell geltende 3G-Regelung für alle Einrichtungen der Bremer Bäder GmbH. Egal ob Hallen- oder Freibad, hinein kommt nur, wer geimpft, genesen oder getestet ist. Das hat für Ärger unter etlichen Bade-Fans gesorgt. Vor allem, weil im Umland – beispielsweise im Allwetterbad in Osterholz-Scharmbeck oder in der GraftTherme in Delmenhorst – die 3G-Regel inzwischen komplett weggefallen ist.

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Britzelbrause - 16. Mai 2022, 08:17 Uhr.

3G ? nein Danke ! Wie peinlich ist das für Bremen.

Georg V - 16. Mai 2022, 16:56 Uhr.

meine Familie würde nicht kommen... was für ein Unsinn und das auch noch draußen. ...

Suse - 16. Mai 2022, 10:06 Uhr.

3G nur als Übergang

Die Bremer Bäder GmbH betont, dass sie möglichst schnell auf diese Vorgabe verzichten möchte. Sie gilt im Freibadbereich bislang im Westbad in Walle, die anderen Freibäder öffnen erst noch. Dort gebe es eine eine einheitliche Kassen- und 3G-Regelung für den Hallen- und Außenbereich, sagt Sprecherin Martina Baden auf Anfrage von buten un binnen. Das habe einen besonderen Anlass: "Hintergrund ist, dass wir durch Corona erhebliche Personalengpässe haben und uns daher versuchen zu schützen. Wir wollen vermeiden Bäder schließen zu müssen und müssen der Tatsache ins Auge sehen, dass wir Freibäder in Pandemiezeiten öffnen."

Das Unternehmen bekomme bislang viel Verständnis für sein Anliegen. "Gleichwohl gehen wir davon aus, dass wir die Regelung über den Sommer aussetzen können und hoffen entsprechend auf warme Temperaturen."

Mit sinkenden Inzidenzen werden wir von der Regelung absehen. Davon profitieren dann auch die Freibäder, wenn wir sie öffnen.

Martina Baden, Sprecherin der Bremer Bäder GmbH

Unterstützung vom Experten

Der Bremer Virologe Andreas Dotzauer hält die Maßnahme der Bäder GmbH für gerechtfertigt. Zwar seien inzwischen deutlich mehr Menschen immunisiert als vor einem Jahr, allerdings seien die Ansteckungszahlen auch deutlich höher, sagte Dotzauer buten un binnen. Dazu müsse man bedenken, dass es im Schwimmbad in aller Regel zu engeren körperlichen Kontakten über einen längeren Zeitraum komme. Zusätzlich besteht nach seinen Worten eine höhere Ansteckungsgefahr beispielsweise durch prustende Schwimmer oder eine allgemein lautere Spechweise, wodurch Viren weiter geschleudert werden als sonst.

Dotzauer verweist auch darauf, dass eine größere Ansteckungsgefahr durch sogenannte Schmierinfektionen besteht. Der Grund: Die derzeit vorherrschende Omikron-Variante haftet länger auf Oberflächen als andere Varianten. Dadurch vergrößere sich die Wahrscheinlichkeit, sich zum Beispiel beim Festhalten an einem Griff zu infizieren. Insofern könne man die Entscheidung der Bremer Bäder GmbH, an der 3G-Regel festzuhalten, sehr gut vertreten.

Ich halte diese Regeln für ganz sinnvoll, wenn man mit vielen Besuchern rechnet.

Der Bremer Virologe Andreas Dotzauer.
Andreas Dotzauer, Bremer Viren-Experte

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 7. Mai 2022, 19:30 Uhr