So funktionieren die Coronatests am Flughafen Bremen

Ab sofort können sich Urlauber aus Risikogebieten im Bremer Flughafen kostenlos auf das Corona-Virus testen lassen. Noch freiwillig. So ist der genaue Ablauf.

Video vom 31. Juli 2020
Ein Junger Mann mit Nase-Mund-Schutz, der vor einem Tisch steht, an dem zwei weitere Männer sitzen. Über ihnen an der Wand ein Plakat mit der Aufschrift "Corona Test Center".
Bild: Radio Bremen

Zurück aus dem Urlaub und gleich zwei Wochen in die Quarantäne: Genau das dräut all jenen, die aus einem der Risikogebiete zurückkehren, zu denen unter anderem Urlaubsländer wie Ägypten, die Türkei und auch die USA gehören. Um das zu umgehen, brauchen Reiserückkehrer aus eben solchen Ländern einen negativen Corona-Test. Der wird ab heute vom Gesundheitsamt direkt in der Halle der Gepäckausgabe am Bremer Flughafen angeboten.

Wo sich sonst Reisende aus verschiedenen Maschinen am Gepäckausgabeband treffen, um eilig ihre Koffer und Reisetaschen in Empfang zu nehmen, erwarten sie nun zwei durch Stellwände abgetrennte Bereiche, in denen sie einen Corona-Test machen können – vorerst freiwillig. Bei der Premiere am Freitag hat sich etwa ein Drittel der Passagiere, die eben aus Frankfurt in Bremen angekommen sind, entschieden, den Test zu machen.

Kurzer Test-Stopp auf dem Weg zum Gepäckband

Bei Mann wird Corona-Rachenabstrich genommen
Der Coronatest besteht aus zwei Abstrichen: Einer wird im Rachen gemacht, einer in der Nase. Bild: Radio Bremen

Die Prozedur dauert pro Passagier etwa drei Minuten: Erst werden die Kontaktdaten und das Reiseland angegeben und die Krankenkassenkarte eingelesen. Dann gibt es das Teströhrchen in die Hand, so Dr. Sylvia Offenhäuser vom Gesundheitsamt: "Dann begibt sich die Testperson  hier in eine der Boxen. Da wird sie empfangen von einer medizinisch geschulten Person. Das kann vom Arzt über eine Krankenschwester bis hin zu einer medizinischen Fachangestellten sein." Diese arbeiten im sogenannten "Vollschutz" – also bekleidet mit einem Ganzkörperanzug und ausgestattet mit Visier, einer FFP2-Maske und doppelten Handschuhen.

Danach folgt der Abstrich aus Nase und Rachen. Die Testperson bekommt anschließend einen Stempel auf die Hand und kann gehen. Nach etwa 24 Stunden wird einem dann das Ergebnis per Telefon mitgeteilt.

Premieren-Tests noch nicht reibungslos

Hinweisschild und Teströllchen an Coronatest-Station im Flughafen Bremen
Das Gesundheitsressort ist auf bis zu 600 Tests pro Tag eingerichtet. Bild: Radio Bremen

Ganz reibungslos verliefen die ersten Tests am Bremer Flughafen noch nicht. Beispielsweise können nur deutsche Krankenkassenkarten eingelesen werden. Für die ausländischen Besucher mussten alle Daten handschriftlich eingetragen werden. Somit kam es da auch zu Verzögerungen, was Lutz Müller, Leiter des Bremer Corona-Krisenstabs, aber auch schon geahnt hatte, wie er sagt. Er setzt auf die zunehmende Routine: Je mehr Leute sich testen ließen, desto mehr Erfahrungen werde man sammeln. Darüber, wie gut der Raum und die Abläufe geeignet sind und ob man die Technik noch nachbessern muss.

Das ist ja ein Lernprozess und da hoffe ich, dass da viele Menschen kommen und das wir lernen können.

Lutz Müller, Leiter des Bremer Corona-Krisenstabs

Und das Erlernte soll dann auch nutzbar gemacht werden für andere Teststellen, so Müller weiter. Denn ab der kommenden Woche soll im Terminal 2 eine weitere errichtet werden. Dort sollen dann ausschließlich Rückkehrer aus Risikogebieten ankommen und auch verpflichtend getestet werden. 600 Tests sollen am Bremer Flughafen täglich durchgeführt werden können. Zudem gibt es vom Gesundheitsamt auch Überlegungen, solche Teststellen am Haupt- und Busbahnhof einzurichten. Da seien die Pläne allerdings erst am Anfang.

Bislang kein Zugriff auf Fluggastdaten

Menschenschlange vor Coronatest-Station im Flughafen Bremen
Noch sind die Coronatests am Airport Bremen freiwillig. Für Reisende aus Risikogebieten sind sie ab Montag verpflichtend. Bild: Radio Bremen

Viel dringender ist laut Sylvia Offenhäuser vom Gesundheitsamt aber ein anderes Problem: Wie können Reiserückkehrer aus Risikogebieten erkannt werden, die nicht per Direktflug in Bremen landen? Denn Bremen bekommt bislang keine Fluggastdaten. "Wir hoffen da sehr auf die Kooperation der Fluggäste, dass sie das ernst nehmen. Parallel sind wir jetzt dabei, die Fluggesellschaften aufzufordern, uns die Fluggastlisten zur Verfügung zu stellen für alle Flüge, die nach Bremen kommen." Bislang habe man aber noch keine Liste erhalten, deswegen müsse man weiter auf die Kooperation und Ehrlichkeit der Fluggäste hoffen, so Offenhäuser.

Bremer Wissenschaftler erforschen mögliche Corona-Folgen

Video vom 29. Juli 2020
Eine Hand hält eine Probe mit Blut. Auf dem Tisch stehen mehrere Blutproben.
Bild: Radio Bremen

Autor

  • Fabian Metzner

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 31. Juli 2020, 19:30 Uhr