Warum Bremen im Bereich der Warnstufe 3 liegt – sie aber nicht gilt

Graue Treppenstufen auf denen Zettel mit Nummern liegen.
Das Warnstufen-Modell bezieht mehrere Indikatoren zur Corona-Lage mit ein (Symbolbild). Bild: Radio Bremen

Wegen der hohen Hospitalisierungsinzidenzen hätte der Senat die Warnstufe 3 schon auf den Weg bringen können. Stattdessen wartet Bremen auf den Bund.

In der Stadt Bremen liegt die Hospitalisierungsinzidenz schon seit sieben Tagen im Bereich der Warnstufe 3 – also bei 6 oder höher. Der Wert gibt an, wie viele Patienten pro 100.000 Einwohner wegen oder mit einer Corona-Infektion binnen sieben Tagen in Bremer Kliniken eingeliefert wurden.

Der Wert ist ein Leitindikator für die Corona-Warnstufen des Bremer Senats – also für die Frage, welche Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie in der Stadt Bremen aktuell gelten. Liegt die Hospitalisierungsinzidenz fünf Tage in Folge über einem der Grenzwerte, könnte der Senat die Warnstufe entsprechend anpassen.

Theoretisch hätte der Senat also bereits am Sonntag den Wechsel in Warnstufe 3 für Bremen beschließen können.

Selbstverständlich ist der Senat in Notfällen auch an einem Wochenende handlungsfähig. Ein solcher Notfall lag in diesem Fall aber nach Einschätzung des Senats nicht vor.

Christian Dohle, Sprecher des Bremer Senats

Die erste reguläre Option für den Wechsel in Warnstufe 3 hatte der Senat dann bei der planmäßigen Senatssitzung am Dienstag. Zwei Tage später, also ab Freitag hätte das dann gelten können. Dann hätte statt 2G in vielen Innenräumen 2G-Plus gegolten. Allerdings gibt es in der Bremer Regel keinen Automatismus.

Senat will klare Entscheidungslinie

Der Sprecher der Bremer Gesundheitsbehörde, Lukas Fuhrmann, betont, dass die Hospitalisieriungsinzidenz zwar der Leitindikator sei, darüber hinaus habe man aber auch noch andere Werte – etwa die 7-Tage-Inzidenz – im Blick. Am Dienstag habe der Senat die Entscheidung erst einmal verschoben, da nach dessen Sitzung die Runde der Länderchefs mit der geschäftsführenden Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem designierten Kanzler Olaf Scholz (SPD) zusammenkamen. "Möglicherweise entscheidet man etwas, was am Nachmittag wieder hinfällig ist", sagte Fuhrmann. Man habe nicht stündlich Entscheidungen korrigieren wollten, sondern eine möglichst klare Entscheidungslinie haben.

Das Treffen von Bund und Ländern vertagte die Entscheidungen auf Donnerstag. Und so geht auch in Bremen das Warten erst einmal weiter. "Wir werden jetzt erst die Gespräche abwarten und dann über das weitere Vorgehen entscheiden", sagte der Sprecher des Bremer Senats, Christian Dohle.

Die Pressekonferenz des Bremer Senats zum Nachschauen

Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Nachmittag, 1. Dezember 2021, 15:10 Uhr