Wie sicher sind die Brücken in Bremen?

  • Amt für Straßen und Verkehr sieht keine Gefahr bei Brücken in Bremen
  • Brücken in Deutschland würden ständig kontrolliert
  • Notfalls werde gesperrt
Bild: Radio Bremen

Der Zustand der Brücken in Bremen hat sich in den letzten Jahren deutlich verschlechtert. Rund 100 Brücken in Bremen und Bremerhaven müssen in den nächsten Jahren repariert werden. Das hat der Senat vor einigen Monaten eingeräumt. Bei etwa 30 Brücken besteht dringender Handlungsbedarf. Sie sind laut Martin Stellmann vom Amt für Straßen und Verkehr in "nicht ausreichendem" oder sogar in "ungenügendem Zustand".

Der Rechnungshof hatte schon vor Jahren vor einem Sanierungsstau gewarnt. Nach dem Einsturz einer Autobahnbrücke bei Genua stellt sich erneut die Frage, ob die Brücken – und vor allem die mit hohem Sanierungsbedarf – sicher genug sind. Das Amt für Straßen und Verkehr beantwortet diese Frage mit einem klaren "Ja".

So etwas darf nicht passieren, und wir tun alles dafür, dass es nicht passiert.

Martin Stellmann, Amt für Straßen und Verkehr

"Sicherheit geht immer vor Leistungsfähigkeit"

Bild: Radio Bremen

"Alle Brücken in ganz Deutschland werden konsequent überwacht", sagt Martin Stellmann vom Amt für Straßen und Verkehr. Alle sechs Jahre – so sei es in Deutschland vorgeschrieben – erfolge eine Hauptprüfung, bei der Experten jedes Teil der Brücke gründlich inspizieren. Alle drei Jahre erfolge eine kleinere Prüfung und auch zwischendurch würden die Brücken regelmäßig kontrolliert.

Bei Verdachtsmomenten, wie beispielsweise Risse im Beton, schaue man noch mal genauer hin. "Sicherheit geht immer vor Leistungsfähigkeit", so Stellman weiter. Wenn die Sicherheit nicht mehr gegeben sei, würden die Brücken gesperrt.

Stephani-Brücke in 20 Jahren reif für Abriss

Der Fußgängerweg auf der zweiten Ebene der Stephanibrücke wird durch einen Bauzaun auf etwa die Hälfte begrenzt.
Weil die Stephani-Brücke sanierungsbedürftig ist, hat das Amt für Straßen und Verkehr sogar den Fuß- und Radverkehr eingeschränkt. Bild: Radio Bremen | Verena Patel

Dass derzeit so viele Brücken sanierungsbedürftig sind, liege an der Verkehrsentwicklung. Viele Brücken seien in den 60er-Jahren gebaut worden. Damals habe man mit einer weitaus längeren Lebensdauer gerechnet. Bestes Beispiel dafür sei die Stephani-Brücke, die jetzt 50 Jahre alt ist. Sie war eigentlich auf eine Lebensdauer von 100 Jahren ausgelegt. Schon jetzt ist sie aber marode und muss in spätestens 20 Jahren abgerissen werden.

Die Stephani-Brücke zeige auch, wie ernst das Thema Sicherheit genommen wird, sagt Martin Stellmann. Dort gilt seit dem vergangenen Jahr ein Überholverbot für Lkw. Außerdem müssen Lkw einen Mindestabstand von 50 Metern einhalten. Das Amt hatte außerdem die Fuß- und Radwege unterhalb der Brücke künstlich verengt: Eine Maßnahme, für die das Amt viel Spott einstecken musste. Auch bei unpopulären Maßnahmen lasse das Amt aber nicht mit sich verhandeln, sagt Martin Stellmann: Sicherheit gehe vor.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 15. August 2018, 19:30 Uhr

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