Coronageschichten

Großes Mitgefühl: Christiane ist freie Rednerin bei Trauerfeiern

Eine Frau mit dunklen Haaren und Brille hält ein Mikrofon und lächelt in die Kamera
Christiane begleitet in ihrem Job Menschen in ihrer Trauer. Diese Arbeit ist durch das Kontaktverbot weitaus schwieriger, als sie ohnehin schon ist. Bild: Christiane

Christiane, 51 Jahre, aus Achim
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Mein Name ist Christiane, ich bin seit 32 Jahren verheiratet und habe zwei erwachsene Kinder. Seit 2018 bin ich selbstständige freie Rednerin, spreche in Bremen und umzu bei Trauerfeiern und führe freie Trauungen durch. Auch mich trifft die Corona-Krise sehr, denn viele Trauerfeiern wurden in den vergangenen Wochen abgesagt, Beisetzungen finden nur noch im engsten Familienkreis statt und meistens verzichten die Angehörigen dann auf die Begleitung einer Rednerin. Was wirklich sehr bedauerlich ist, denn wir Rednerinnen und Redner erzählen nicht nur die Lebensgeschichte der Verstorbenen, sondern wir sind zu einem großen Teil auch Seelsorger und Trauerbegleiter.

Ich finde gerade in dieser außergewöhnlichen Zeit brauchen Menschen, die einen geliebten Menschen verloren haben, noch mehr Unterstützung und Begleitung. Diese Unterstützung versuche ich zurzeit den Betroffenen am Telefon oder via Skype zu geben. Ich höre zu, bin einfach nur da.

Aber auch die freien Trauungen werden verschoben, oder sogar abgesagt. Sehr bedauerlich für die Brautpaare, die diesen ganz besonderen Tag schon seit mehreren Monaten planen. (...) Uns allen verlangt diese Situation sehr viel ab. Ich bin jeden Tag dankbar, dass es meiner Familie und meinen Freunden gut geht und freue mich schon sehr darauf, wenn ich sie nach Corona wieder in meine Arme schließen kann. Ich bin begeistert von der Solidarität und dem Zusammenhalt, den ich gerade in meinem Umfeld erlebe. Passen Sie gut auf sich auf und bleiben Sie gesund. Herzlichst, Ihre Christiane."

(E-Mail vom 31. März 2020)

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, 3. Mai 2020, 18:40 Uhr