Lesung

Ranga Yogeshwar

Der Wissenschaftsjournalist liest aus "Nächste Ausfahrt Zukunft!"

Ranga Yogeshwar
Ranga Yogeshwar Bild: DPA

Wenn Ranga Yogeshwar naturwissenschaftliche Phänomene erklärt, dann versteht sie jeder – und hat auch noch Spaß dabei. Mit seinen Sendungen "Quarks und Co" oder "W wie Wissen" erreicht der Wissenschaftsjournalist Millionen von Zuschauern und wurde mit Fernsehpreisen überhäuft.

In seinem neuen Buch blickt Ranga Yogeshwar aus seiner ganz speziellen Perspektive auf unsere sich rasch wandelnde Welt. Die digitale Revolution, Fortschritte in der Gentechnik oder die Entwicklungen der künstlichen Intelligenz greifen auf fundamentale Weise in unser Leben ein.

Wir erfahren derzeit eine epochale Umbruchphase so wie einst, als das Mittelalter durch die Renaissance abgelöst wurde oder die Moderne das Bürgertum erschütterte. Doch oft betrachten wir das Neue mit alten Augen und verkennen, dass der Fortschritt uns selbst verändert.

Für Ranga Yogeshwar ist die eigene unmittelbare Erfahrung entscheidend. So berichtet er von seinen Besuchen in einem Klonlabor in Südkorea, einer Auswilderungsstation auf Sumatra, von unterirdischen Eishöhlen auf Spitzbergen oder den zerstörten Atomanlagen in Fukushima. In einem Selbstversuch testet er, wie man mit einem "infizierten" Handy abgehört werden kann. Oder erinnert sich, wie sein indischer Großvater die erste mobile Bibliothek einführte, um Menschen den Zugang zu den Wissensschätzen der Vergangenheit zu ermöglichen.

Solche Erlebnisse, Experimente und Reminiszenzen inspirieren ihn, engagiert und kritisch über unsere Welt im Wandel nachzudenken und den Fortschritt in seinem Gesamtzusammenhang zu begreifen.

Zwischen Luxemburg und Indien ist Ranganathan Gregoire Yogeshwar, genannt Ranga, aufgewachsen. Der Sohn eines indischen Bibliothekars und einer luxemburgischen Kunsthistorikerin studierte experimentelle Physik mit dem Schwerpunkt "Experimentelle Elementarteilchenphysik und Astrophysik" an der RWTH Aachen. Auch sein Zwillingsbruder Pierre ist Physiker.

Sozial engagiert und preisgekrönt

Neben der Wissensvermittlung war Ranga Yogeshwar immer auch sozial engagiert. Schon in den 1980er Jahren hielt er Ringvorlesungen zu den Gefahren der Atomkraft. Mit dem Unglück von Tschernobyl war dann seine Expertise beim Fernsehen gefragt. Schon ein Jahr später arbeitete er als Wissenschaftsredakteur beim WDR. Über 50 Auszeichnungen nennt der Achtundfünzigjährige inzwischen sein eigen, darunter den Grimme Preis und den Deutschen Fernsehpreis. Im Jahr 1999 wurde sogar ein neu entdeckter Asteroid nach ihm benannt. Wie praktisch, dass er seine eigene Sternwarte im Garten hat!

Dieses Thema im Programm: auf Bremen Zwei bis zur Veranstaltung.